Zeittafel zur Geschichte von Bermuthshain

Um 800 bis 1000 n. Chr. ist vermutlich die Entstehung des Ortes Bermuthshain im Kontext mit dem Landesausbau der Äbte von Fulda und den zunehmenden Rodungen im südöstlichen Vogelsberg erfolgt. Die neu entstandene Siedlung gehört zum Machtbereich der Abtei Fulda in der Wetterau, der im Hochmittelalter durch die Grafen von Nidda als deren Vögte verwaltet wird.

Um 900 bis 1000 n. Chr. datiert ist die in einer Abschrift aus dem 12. Jahrhundert (Codex Eberhardi) bezeugte Grenzbeschreibung der Kirche zu Reichenbach. Hierin wird als einer der Grenzpunkte die Quelle der Lüder als Lutterenbrunnen aufgeführt. Es ist dies der älteste schriftlich erwähnte geographische Ort in der heutigen Gemarkung Bermuthshain.

1011 erfolgt die Gründung der Pfarrei zu Creinfelt (Crainfeld) und die Weihe der Kirche zu Ehren des Heiligen Ulrich durch den Mainzer Erzbischof Erkanbald, welcher im gleichen Jahr auch noch als Abt von Fulda amtiert. Die Originalurkunde ist nur noch durch den Nachdruck des Johannes Pistorius von 1607 überliefert. Der Fuldaer Mönch Eberhard überliefert in seiner Abschrift der Urkunde im Codex Eberhardi Mitte des 12. Jahrhunderts abweichend das Jahr 1020. In der in der Urkunde enthaltenen Grenzbeschreibung der Kirche zu Crainfeld wird auch der Grenzpunkt Berhtoltessneite genannt, der vermutlich in der heutigen Gemarkung Bermuthshain gelegen hat. Obwohl die Filialorte der Pfarrei in der Urkunde nicht ausdrücklich genannt werden, ist davon auszugehen, dass Bermuthshain schon von Beginn an zur Kirche in Crainfeld gehörte.

In einer Urkunde vom 29. Dezember 1012, ausgestellt in der Königspfalz Pöhlde am Harz, schenkt der deutsche König Heinrich II. der Abtei Fulda den Forst Zundernhart, der durch mehrere namentlich genannte Grenzpunkte begrenzt wird. Hierzu gehört unter anderem auch Warmuntessneida. Dieser Grenzpunkt wird von Historikern seit dem 19. Jahrhundert allgemein mit Bermuthshain identifiziert und damit die Urkunde von 1012 als Ersterwähnung des Ortes betrachtet.

Um 1300 bis 1400 datiert hauptsächlich die große Wüstungsperiode, in der etwa 50% aller bisherigen Siedlungsplätze im Vogelsberggebiet, vor allem Einzelhöfe, Weiler und kleinere Dörfer, von ihren Bewohnern aufgegeben werden. Dazu zählen auch das an der heutigen Gemarkungsgrenze zu Grebenhain gelegene Schershain und das an der Stelle des heutigen Rothenbacher Teiches gelegene Rodenbach.

Der am 3. Februar 1311 geschlossene Ehevertrag zwischen Graf Johann I. von Ziegenhain und Luitgard von Nidda ist die älteste historische Quelle, aus der die Existenz des Gerichts Crainfeld (zu dem Bermuthshain gehört) hervorgeht.

In einer Urkunde vom 23. Juli 1377 übergibt Mechthild (Metze) von Bleichenbach, Gattin des Wilhelm von Frohnhausen und Witwe des Friedrich von Hutten, einen hoff zu Hasela (Altenhasslau)und daz dorff zu Berumechan uff dem Fogilsberge gelegin mit allem sime zugehorin an Konrad von Hutten und die Nachkommen seines verstorbenen Bruders. Diese Urkunde ist die älteste, in der das Dorf Bermuthshain eindeutig zu identifizieren ist.

1434 wird zwischen Abt Johann I. von Fulda und Landgraf Ludwig I. von Hessen ein Lehensvertrag über den fuldischen Teil der Grafschaft Nidda geschlossen, zu der auch das Gericht Crainfeld und damit das Dorf Bermuthshain gehören. Mit diesem Vertrag beginnt faktisch die bis heute währende Zugehörigkeit von Bermuthshain zu Hessen.

Am 2. Februar 1437 trägt auch Graf Johann II. von Ziegenhain und Nidda seine beiden Grafschaften Landgraf Ludwig I. zu Lehen auf. Endgültig fallen die Grafschaften Ziegenhain und Nidda jedoch erst mit dem Tod des kinderlos gebliebenen Grafen am 14. Februar 1450 an Hessen.

1489 wird Bermetzhene in einem Verzeichnis von Ortschaften genannt, in denen den Brüdern Walther, Philipp und Daniel von Fischborn verschiedene Gülten (Abgaben) und und Zinsen zustehen.

Am 11. Dezember 1493 beurkundet Landgraf Wilhelm III. von Hessen (Oberhessen) ein gedinge (Dienstabkommen) zwischen ihm und den Männern des Gerichts Crainfeld. Demzufolge müssen sie nach altem Herkomen jährlich zehn Gulden an die Amtsleute und Amtsknechte zu Nidda entrichten. Weiterhin sollen die Männer der Dörfer Kreyenfelt (Crainfeld) und Bernhartsheim (Bermuthshain) alle Jahre hundert Viertel Hafer aus dem Amt Nidda auf das landgräfliche Schloß zu Marburg fahren. Dieses Abkommen ist die älteste Quelle, aus der zweifelsfrei die Zugehörigkeit von Bermuthshain zum Gericht Crainfeld hervorgeht.

Im Februar 1506 klagt ein Heinz Bopp von Bermuthshain klagt bei Landgraf Wilhelm II. von Hessen gegen den Rentmeister von Nidda, der ihn auf Befehl des Landgrafen unschuldig zwanzig Wochen lang gefangen gesetzt und foltern habe lassen. Die Sache wird am 15. März 1506 auf der Kanzlei in Marburg verhandelt. Es ist die älteste namentliche Erwähnung eines Einwohners von Bermuthshain.

Am 11. März 1509 beurkundet Hans von Hutten, dass er mit Genehmigung seiner Brüder, Jakob und Frowin von Hutten, dem Prior Johan Nyde und dem Konvent des Augustinerklosters zu Hirtzenhayn (Hirzenhain) gegen 120 Gulden Frankfurter Währung zwei seiner Güter verpfändet habe. Es sind dies zum einen die Güter zu Alleßberg (Alsberg), wo Fritz Allendorf 3 Gulden und 1 Tornuss Jahreszinsen und Weck Heintz 2 Gulden und schone bort im Werte von 1 Tornuss jährlich geben, und zum anderen die Güter zu Bermetzhayn (Bermuthshain), wo von Henn Raubsch und anderen 11 ½ Tornuss Jahreszinsen gegeben werden.

Die Absetzung des Crainfelder Pfarrers Ludwig Wagenhausen am 14. November 1527 infolge einer Kirchenvisitation durch die Superintendentur Alsfeld und die folgende Einsetzung des evangelischen Geistlichen Andreas Nerzig bedeutet die Einführung der Reformation im Kirchspiel Crainfeld und damit auch im Filialort Bermuthshain.

Am 30. Dezember 1549 übergibt der Crainfelder Unterförster Feltin Rasch im Beisein des Crainfelder Schultheißen Balthasar von Jossa an den Oberförster Johann Buntinge 150 Gulden Furstgelt (Abgabe für Bau- und Brennholz) aus dem Gericht Crainfeld zur Überstellung an den Rentmeister in Nidda. Das bis heute erhaltene Aktenstück nennt die Namen von 34 zahlungspflichtigen Personen aus Bermuthshain und ist die erste namentliche Erwähnung einer größeren Anzahl von Ortseinwohnern, d. h. den männlichen Haushaltsvorständen.

Ein weiteres Aktenstück über das Furstgelt ist aus dem Jahr 1553 überliefert und von dem damaligen Niddaer Rentschreiber Hans Rulman unterschrieben. Es enthält die Namen von 38 Bermuthshainer Einwohnern.

1556 wird durch den Niddaer Rentschreiber Martin Stolle, aufgrund einer durch Landgraf Philipp I. angeordneten Neuaufnahme und Feststellung des landgräflichen Besitzes im Amt Nidda, ein Salbuch für das Gericht Crainfeld angelegt. Es führt auch sämtliche Grundbesitzer in Bermuthshain und ihre Abgaben namentlich auf und ist auch die älteste historische Quelle, aus der alle Bermuthshainer Flurnamen lückenlos hervorgehen. Insgesamt enthält das Salbuch 41 Namen von Bermuthshainer Grundbesitzern.

Aus dem Jahr 1556 stammt auch das älteste überlieferte Weistum über die Grenzen des Gerichts Crainfeld, das auch Flurnamen in der Gemarkung Bermuthshain nennt, sofern sie Grenzpunkte der Gerichtsgrenze sind.

Bei der Erhebung der Türkensteuer im Gericht Crainfeld im Jahr 1577 entfällt auf Bermuthshain der Betrag von 3.800 Denar (Pfennig).

Im Februar und März 1586 lässt Rentmeister Caspar Ziegenmenger zu Nidda im Beisein der jeweiligen Ortschultheißen und Ältesten ein Verzeichnis und Erkundigung aller Manns- und Weibspersonen, welche in der Ehe oder Witwenstand in der ganzen Grafschaft oder Amt Nidda jetziger Zeit befunden und entweder dem Durchlauchtigen und hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Ludwig ... Leibhühner und Eigenbede oder solchen anderen umliegenden Herrschaften jährlich geben. Demnach gibt es in Bermuthshain 53 leibeigene Inhaber von abgabenpflichtigen Hofstellen. Diese weisen 285 Einwohner auf, darunter 191 Kinder. Es ist die älteste historische Quelle, aus der sich die Einwohnerzahl des Ortes (sehr wahrscheinlich vollständig) ermitteln lässt.

Um 1580 bis 1590 wird die erste Schule im Mutterort Crainfeld eingerichtet, die der örtlichen Pfarrei untersteht und zunächst von den Kindern aller vier Kirchspielsorte, auch denen aus Bermuthshain, gemeinsam besucht wird.

Im Jahr 1600 wird ein Register über den Martinszins aus dem Gericht Crainfeld angefertigt und mit Nachträgen bis 1632 weitergeführt. Das Register enthält die Namen von 123 Ortseinwohnern von Bermuthshain.

1608 wird ein Streit zwischen den Gemeinden Bermuthshain und Crainfeld um die Koppelhut in der "Rothenbach", an der Gemarkungsgrenze beider Gemeinden, aktenkundig.

Auch aus dem Jahr 1620 sind Auseinandersetzungen zwischen Bermuthshain und Crainfeld um die Koppelhut in der "Rothenbach" überliefert.

Am 1. Juni 1622 marschieren die Söldnertruppen Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel (genannt "der tolle Christian") auf ihrem Weg von Westfalen zur Rheinpfalz durch das Gericht Crainfeld, das vollständig gebrandschatzt und ausgeplündert wird. Der Hauptort Crainfeld wird fast vollständig niedergebrannt. In Bermuthshain sollen viele Häuser zum Oberwald und zum Böhl hin in Brand gesteckt worden sein. 23 Haushaltungen werden geschädigt und sieben Einwohner ermordet.

1625 wird im Kriegsschadensverzeichnis des Oberfürstentums Hessen der durch die Plünderung und Brandschatzung von Bermuthshain am 1. Juni 1622 angerichtete Gesamtschaden mit 1.606 Reichsthalern ermittelt.

Im Jahr 1628 lässt Landgraf Georg II.  eine "Generalkirchenvisitation" in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt durchführen, in deren Ergebnis der Crainfelder Pfarrer Dippelius zahlreiche Gebrechen bei der Schulbildung in seinem Kirchspiel beklagt und die Errichtung von eigenen Schulen in den Filalorten anmahnt.  Daraufhin wird um 1630 in Bermuthshain erstmals eine eigene Schule eingerichtet und ein Nikolaus Höfer als erster Schulmeister angestellt. Die Schule geht jedoch bereits nach wenigen Jahren, bedingt durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, wieder ein.

Nach einigen ruhigeren Jahren wird das Gericht Crainfeld ab 1635 wieder massiv von den Truppendurchzügen während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem kroatische Söldner verüben Raub, Plünderungen und die Erpressung von Schutzgeldern. Pfarrer Dippelius berichtet davon, wie er gepeinigt mit schlägen und wassereingießen unmenschlich zermartert worden sei.

1646 liegen kaiserliche und bayerische Soldaten in den Gerichten Crainfeld und Burkhards im Quartier. Hierbei kommt es am 1. Juli 1646 (5. Sonntag nach Trinitatis) zur Erstürmung des in den letzten Kriegsjahren durch Schanzen und Wassergräben befestigten Grebenhain durch kaiserliche Soldaten, die 42 von 45 Bauernhäusern mitsamt der Kirche in Brand stecken. Einer lokalen Überlieferung nach waren diese Soldaten zuvor in Bermuthshain einquartiert.

Aus den Jahren 1650 bis 1651 sind Streitigkeiten zwischen den Untertanen in Bermuthshain und Crainfeld über den Haferzehnten überliefert.

1659 beginnt der Crainfelder Pfarrer Johann Georg Köhler mit der Neuanlage des Kirchenbuches. Ab diesem Datum sind alle Einwohner und Familien der Kirchspielorte Crainfeld, Grebenhain und Bermuthshain lückenlos bekannt und ihre Abstammung nachzuvollziehen.

1661 bestehen einem Verzeichnis der Mühlen und Mühlgefälle im Amt Nidda zufolge sieben Mühlen oder Mühlgefälle in Bermuthshain, die teilweise aber durch den Dreißigjährigen Krieg zerstört daliegen.  Es sind dies die Drehmühlen des Hans Frantz, des Enders Ganß und des Henn Öchler und die Mahlmühlen des Hanß Schüßler und des Hans Östreich. Weiterhin besitzen Bast Rasch, Enders Bopp und Henn Bopp ein Mühlgefäll, wobei der Platz der Mühle vorher dem Michel Schaub von Lichenroth gehörte. Auch Claus Rasch hat noch ein Mühlgefäll, eine Mühle besteht jedoch ebenfalls nicht mehr.

1669 hat Bermuthshain 231 Einwohner.

Um 1688 wird Klaus Kleinschmidt Schulmeister in Bermuthshain. Er ist der erste bekannte Schulmeister im Ort nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Bermuthshainer Schule ist bei ihrer Wiedereinrichtung im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts zunächst eine reine Winterschule, die erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in eine ständige Schule umgewandelt wird.

Um 1720 wandern die beiden Bermuthshainer Dietrich Reuning und Heinrich Zimmermann mit Ehefrau und Kindern nach Ungarn aus, vermutlich in das nach den Türkenkriegen neu besiedelte Banat.

1736 wird ein Grenzstein am Dreiländereck zwischen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, dem Fürstentum Isenburg-Birstein, und dem Fürstentum Stolberg-Gedern in der Nähe von Bermuthshain zerstört.

1741 wird Johann Balthasar Hornung aus Bermuthshain zum Schulmeister ernannt. Durch Sohn und Enkel Johann Heinrich Hornung wird das Schulmeisteramt anschließend für drei Generationen (bis 1844) innerhalb einer Familie "vererbt".

1749 wird die Glocke des späteren Schulhauses von den Glockengießern Benjamin und Johann Georg Scheidewind in Frankfurt am Main gegossen. Sie ist zunächst vermutlich als Dorfglocke in einem Dachreiter auf dem gemeindlichen Hirtenhaus aufgehängt.

Zwischen 1759 und 1762 ist das Vogelsberggebiet Schauplatz des Siebenjährigen Krieges (1756-1763). Hierbei wird das Gericht Crainfeld abwechselnd von französischen und alliierten Truppen besetzt. Insbesondere die Franzosen erzwingen Lieferungen von Fourage (Verpflegung für die Pferde) und Fuhrdienste.

Am 27. Juni 1767 bricht ein starkes Gewitter mit walnußgroßen Hagelkörnern über die gesamte oberhessische Region herein. In Bermuthshain, Grebenhain und Crainfeld werden durch den Hagelschlag sämtliche Feldfrüchte und Obstbäume vernichtet und die Fenster an den Südseiten der Häuser zertrümmert. Zum Gedenken an diese Naturkatastrophe erklärt Pfarrer Johann Vincenz Vigelius den 27. Juni als "Kieseltag" fortan zum alljährlichen Buß- und Bettag.

Am 30. Mai 1768 erteilt Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt der Gemeinde Bermuthshain das Privileg zur Abhaltung eines Vieh- und Krammarktes alljährlich am Dienstag und Mittwoch nach Jakobi (25. Juli).

Am 1. September 1768 trifft ein weiterer schwerer Hagelschlag die Region, als die Getreideernte noch nicht eingebracht ist. Das auf den Weiden befindliche Vieh und die Hirten tragen schwere Beulen davon. Fortan wird auch der 1. September als "Kieseltag" durch einen jährlichen Gottesdienst im Gedächtnis behalten. Erst durch den Ersten Weltkrieg kommt der Brauch in Fortfall.

1779 bis 1780 bemüht sich die unter dem hessischen Minister Friedrich Karl von Moser eingesetzte Landkomission um die Verbesserung der Gemeinde-Oekonomie des Dorfes Bermuthshain und schlägt eine Aufteilung der großen Gemeindehutweide am "Rabenberg" unter die Ortsbürger vor. Der Vorschlag wird nicht umgesetzt.

1796 wird das bisherige Amt Nidda in die Ämter Nidda und Lißberg geteilt, wobei das Gericht Crainfeld, und damit auch Bermuthshain, dem Amt Lißberg zugeschlagen wird.

1804 hat Bermuthshain 472 Einwohner.

Beim Durchmarsch der russischen Truppen im Jahr 1813, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, wird der Sage nach ein russischer Militärarzt von Ober-Mooser Einwohnern bei den "Kohlstücken" in der Gemarkung Bermuthshain erhängt.

1817 bis 1819 werden die noch aus dem Mittelalter überkommenen Zehnten in ständige Grundrenten umgewandelt.

1818 wird das erste bekannte Brandkataster der Gemeinde Bermuthshain fertiggestellt, das die älteste erhaltene Quelle für die Besitzgeschichte der Hofreiten im Ort darstellt. In Verbindung damit erhalten sämtliche Anwesen in Bermuthshain amtliche Hausnummern.

1820 erstellt der Amtsgeometer Wilhelm Friedrich Rübsamen ein Verzeichnis über die Grund-Riße der Hofraithen und daran liegenden Gärten zu Bermutshain. Es handelt sich dabei um die älteste bildliche Darstellung der Hausgrundrisse und dazugehörigen Grundstücke in Bermuthshain.

Am 30. Juni 1821 tritt die neue großherzoglich hessische Gemeindeordnung als Teil einer umfassenden Neuordnung der Verwaltung in Kraft, mit der die weitgehend noch auf das Mittelalter zurückgehenden Strukturen abgeschafft werden. Die kommunale Selbstverwaltung wird eingeführt und die Gemeinde Bermuthshain erhält einen auf sechs Jahre von den Ortsbürgern gewählten Bürgermeister und einen Gemeinderat mit neun Mitgliedern, von denen jeweils drei alle drei Jahre einer Wahl unterworfen sind. Zum ersten Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain wird Johann Sebastian Brückmann gewählt.

Am 14. Juli 1821 tritt die großherzoglich hessische Verordnung über die Einteilung des Landes in Landrats- und Landgerichtsbezirke in Kraft, wodurch die Trennung von Justiz und Verwaltung eingeführt wird und die bisherigen mittelalterlichen Ämter und Gerichte aufgehoben werden, so auch die Ämter Nidda und Lißberg und das Gericht Crainfeld. Die Gemeinde Bermuthshain wird in den neugeschaffenen Landratsbezirk Schotten eingegliedert.

1821 ist der Gerichtsschöffe und Ackermann Johann Heinrich Müller aus Bermuthshain böslicherweis entwichen und wandert heimlich als erster Ortseinwohner nach Amerika aus.

1822 wird die bisherige Allmendenutzung (gemeinschaftliche Viehweide) verpachtet.

1823 wird das als Folge der neuen Gemeindeordnung zu führende Ortsbürgerregister durch Bürgermeister Brückmann fertiggestellt. Das Register enthält alle vor dem 1. Juli 1821 aufgenommenen Ortsbürger zu Bermuthshain oder deren Witwen sowie die kein Bürgerrecht besitzenden Ortseinwohner (Beisassen). Es wird bis 1921 mit den Eintragungen der jeweils neu aufgenommenen Ortsbürger von Bermuthshain ergänzt.

Am 24. Juni 1823 erhält der aus Crainfeld gebürtige Ortsbürger Heinrich Heil I. die Schildgerechtigkeit (Konzession) für das Gasthaus "Zum weißen Roß".

1825 hat die Gemeinde Bermuthshain 520 Einwohner und besteht aus 120 Wohnhäusern. Zur Gemarkung gehören 1.205 Morgen Ackerland, 963 Morgen Wiesen und 332 Morgen Weide.

In einem 1826 entstandenen Bericht über die Ablösung der Mühlenabgaben in der Gemarkung Bermuthshain werden vier Mühlen aufgeführt. Es sind dies die Mühle oben im Dorf oder Schlag- und Walkmühle des Andreas Blößer, die Hohlmühle des Christoph Oestreich, die unterste Grundmühle des Sebastian Ganß und die oberste Grundmühle des Müllers Hornung.

Aus dem Jahr 1827 datiert der älteste Hinweis auf die Gastwirtschaft "Zum Goldenen Stern", da in diesem Jahr der Besitzer der Hofreite, Jakob Heutzenröder I. als Ackermann, Wirth und Leinweber das Ortsbürgerrecht der Gemeinde Bermuthshain erhält.

1829 bis 1830 wird das Schulhaus (heutige Alte Schule) nach einem Plan des Schottener Landrats Philipp Friedrich Goldmann an der Stelle des alten Gemeinde-Hirtenhauses in der Ortsmitte neu erbaut.

In den Jahren 1831 bis 1857 lässt der großherzogliche Staat eine neue Chaussee durch den Vogelsberg von Selters bei Ortenberg über Gedern und Herbstein nach Lauterbach erbauen. Die mit der heutigen Bundesstraße 275 identische Straße orientiert sich nicht an dem bisherigen, weitgehend noch aus dem Mittelalter überkommenen Landstraßennetz. Mit der Linienführung über Hartmannshain und Grebenhain werden bisherige Wegpunkte wie Herchenhain und Crainfeld umgangen. Die Trasse der Chaussee verläuft auch durch die Gemarkung Bermuthshain.

1832 erfolgt die vollständige Aufnahme der Gemarkung Bermuthshain und ihrer Fluren und Parzellen durch den Geometer I. Klasse Friedrich Knewitz aus Schotten in Form von Parzellhandrissen. Diese sind die älteste erhaltene Flurkarte und der älteste erhaltene Ortsplan von Bermuthshain.

Am 15. Oktober 1832 tritt eine erneute Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen in Kraft, die bereits am 20. August 1832 angeordnet worden ist. Bermuthshain wird dadurch in den neugeschaffenen Kreis Nidda eingegliedert.

Am 26. Februar 1834 wird der 53 Jahre alte Dreher Johann Peter Faitz aus Bermuthshain im Wald zwischen Bermuthshain und Lichenroth ermordet aufgefunden.

Die Volkszählung am 3. Dezember 1834 im Großherzogtum Hessen ermittelt für Bermuthshain 522 Einwohner.

Ende August 1840 stellt eine Kommission der großherzoglich-hessischen Oberforstdirektion zur Verbesserung der Weidewirtschaft im oberen Vogelsberg stellt fest, dass in Bermuthshain insgesamt 537 Menschen leben. Dies ist der Höchststand der Einwohnerzahl des Ortes vor 1945.

Nach der Volkszählung vom 3. Dezember 1840 dagegen hat Bermuthshain zu diesem Zeitpunkt 520 Einwohner.

1843 wird Andreas Eschenröder zum Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain gewählt.

1845 wird Georg Leonhard Maurer aus Affolderbach im Odenwald wird zum Vikar an der Schule zu Bermuthshain ernannt und 1847 zum Lehrer befördert. Er ist der erste ausgebildete Lehrer an der Bermuthshainer Volksschule.

1845 bis 1847 wird eine Wachmannschaft aus Ortsbürgern zwischen 26 und 48 Jahren aufgestellt, um den Diebstahl von Feldfrüchten zu verhindern. Hintergrund ist vermutlich die zur gleichen Zeit in ganz Westeuropa auftretende Kartoffelfäule, die zu einer drastischen Teuerung der Getreidepreise und zu Hungersnöten führt.

1846 erwirbt die Gemeinde Bermuthshain die Hofreite des Tagelöhners Peter Scholtes zur Nutzung als Gemeinde-Armenhaus.

Am 3. Dezember 1846 hat Bermuthshain 521 Einwohner.

Mit dem Gesetz vom 31. Juli 1848, eine Folge der Märzrevolution, wird die bisherige Verwaltungseinteilung des Landes in Provinzen und Kreise aufgehoben und durch 11 Regierungsbezirke abgelöst. Bermuthshain wird dabei dem Regierungsbezirk Nidda zugeteilt.

In Bermuthshain selbst kommt es 1848 zu einem Wechsel im Bürgermeisteramt, wo der bisherige Bürgermeister Andreas Eschenröder durch Peter Hornung abgelöst wird.

Bereits 1852 jedoch stirbt Bürgermeister Peter Hornung, so dass sein Vorgänger in der Zeit vor der Märzrevolution, Andreas Eschenröder, erneut das Bürgermeisteramt bekleidet.

Durch Verordnung vom 12. Mai 1852 wird auch die Verwaltungsreform der Revolutionszeit wieder zurückgenommen. Das Großherzogtum Hessen wird anstelle der Regierungsbezirke nun in Kreise eingeteilt, welche den drei neuen Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg zugehörig sind. Die Gemeinde Bermuthshain gehört fortan zum Kreis Lauterbach, wodurch auch die jahrhundertelangen administrativen Bindungen an Nidda endültig aufhören zu bestehen.

1852 bis 1853 werden auf Betreiben des Landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen, dem der örtliche Lehrer Maurer angehört, in der Gemarkung Bermuthshain 6,5 ha Gemeindewiesen melioriert und 17 ha Gemeindeweide in Ackerland umgewandelt.

Am 3. Dezember 1852 hat Bermuthshain 495 Einwohner.

1853 besteht ein Steinbruch in der Gewann "Am Scherfelweg" zur Gewinnung von Baumaterial für die Chaussee von Selters nach Lauterbach.

1855 wird die bisher nur als Mahlmühle betriebene "Ahlhansen Mühle" (oberste Gründmühle) des Adam Groh II. zu einer Schneidmühle erweitert.

In Ermangelung einer geregelten Postverbindung richtet 1856 der Bermuthshainer Kaufmann, Gemeindeeinnehmer und Salzmagazinverwalter Heinrich Jakob Brückmann auf eigene Kosten einen täglichen Botengang nach Herbstein ein. An diesem sind auch noch weitere Geschäfts- und Privatleute aus der Umgegend beteiligt.

Erst mit der Eröffnung der Postexpedition in Grebenhain am 1. Mai 1857 wird eine tägliche Postzustellung und -abholung von und nach Bermuthshain durch Landbriefträger gewährleistet.

Im Jahr 1857 eröffnet Heinrich Jakob Brückmann in seinem Anwesen eine Zapfwirtschaft. Sie steht am Beginn der späteren Gastwirtschaft "Zum Deutschen Haus".

Bei der Volkszählung am 3. Dezember 1858 wird für Bermuthshain eine Zahl von 505 Einwohnern ermittelt.

1859 wird das älteste erhaltene Tagebuch über den Ab- und Zugang der Gewerbe in Bermuthshain auf Grundlage der hessischen Gewerbesteuerverordnung vom 1. Dezember 1827 angelegt.

Am 19. Juni 1859 wird die Grundsteinlegung zum neuen Crainfelder Kirchturm gefeiert. Ein Festzug mit den Grundsteinurkunden führt unter Vorantritt einer Musikkapelle von Bermuthshain über Grebenhain nach Crainfeld.

Im Jahr 1861 wird ein neues Brandkataster angelegt und in Verbindung damit eine Neunummerierung sämtlicher Häuser und Hofreiten vorgenommen.

Ebenfalls im Jahr 1861 hat Bermuthshain 498 Einwohner.

Im Juni 1862 wird Sebastian Schmidt zum Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain gewählt.

1864 bis 1865 wird die Basaltsteinmauer um den örtlichen Friedhof angelegt.

Am 3. Dezember 1864 werden in Bermuthshain 478 Einwohner gezählt.

Am 6. Juli 1866, während des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich, bezieht der Stab der 1. (württembergischen) Division des VIII. Armee-Korps des Deutschen Bundes auf dem Rückzug über den Vogelsberg für einen Tag im Gasthaus von Sebastian Schmidt in Bermuthshain Quartier.

Bei der Wahl zum Reichstag des Norddeutschen Bundes am 12. Februar 1867 erhält in Bermuthshain der Nationalliberale Graf zu Solms-Laubach 38 Stimmen, die
parteilosen Kandidaten Wecker und Lerch jeweils 5 Stimmen.

1868 wird die zuletzt von dem Ölmüller Heinrich Kaiser aus Herchenhain gepachtete Schlagmühle endgültig stillgelegt.

1870 wird das Gasthaus "Zur Krone" von Balthasar Hornung mit angeschlossener Metzgerei und Spezereihandel eröffnet. Das an die bisherige Hofreite angebaute große Gasthaus mit Tanzsaal ist die erste neuzeitliche, auch als solche errichtete, Gastwirtschaft in Bermuthshain.

Weiterhin wird im Jahr 1870 auch die erste Dampfmaschine in Bermuthshain in Betrieb genommen, zugleich eine der ersten ihrer Art im hohen Vogelsberg. Sie dient zum Antrieb der Schneidmühle von Adam Groh II. und ist in einem eigenen Kesselhaus mit hohem Schornstein neben der Mühle untergebracht.

Während des Deutsch-Französischen Krieges stirbt am 10. September 1870 der Korporal Andreas Löffler aus Bermuthshain im Lazarett Gießen an den Folgen seiner im Gefecht von Vionville (Lothringen) erlittenen Verletzungen. Er ist das einzige Todesopfer des Krieges aus Bermuthshain.

Nach dem Abschluss des Friedensvertrages von Frankfurt am 10. Mai 1870, der den Deutsch-Französischen Krieg beendet, findet auf dem Höllerich oberhalb von Bermuthshain ein großes Fest statt. Zur Erinnerung daran wird ein dortiger hessisch-preußischer Grenzstein durch den Ortsbürger Johannes Groh III. zu einem Gedenkstein umgestaltet.

Am 1. Dezember 1871 hat Bermuthshain 437 Einwohner.

1875 wird erstmals eine von dem Ortsbürger Heinrich Bopp III. betriebene Zapfwirtschaft erwähnt, welche der Vorläufer des Gasthauses "Zum Hessischen Hof" ist.

Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1875 wird in Bermuthshain eine Zahl von 433 Einwohnern festgestellt. Dies ist der niedrigste Stand der Einwohnerzahl seit der Einführung regelmäßiger Volkszählungen und eine Folge der massenhaften Auswanderung nach Nordamerika in den vorangegangenen Jahren und Jahrzehnten.

1880 tritt der gebürtige Basalthar Groh in das evangelische Baseler Missionshaus in der Schweiz ein und wird 1890 als Missionar nach Akropong in der britischen Kolonie Goldküste (heutiges Ghana) versetzt.

Am 1. Dezember 1880 leben in Bermuthshain 460 Menschen.

Am 8. April 1881 wird ein ländlicher Darlehenskassenverein für die Gemeinden Crainfeld und Bermuthshain gegründet. Direktor ist Bürgermeister Heinrich Schmalbach IV., Crainfeld, sein Stellvertreter Bürgermeister Sebastian Schmidt, Bermuthshain. Rechner ist Konrad Fritz, Crainfeld.

1882 erwirbt die Gemeinde Bermuthshain die Hofreite des Maurers Heinrich Jost, die fortan als Gemeindehaus mit bis zu vier Wohnungen genutzt wird.

1883 beginnt der Ortsbürger Friedrich Jost mit dem Betrieb einer Holzdreherei, in der zunächst u. a. kunstvolle Spinnräder, Brautrechen und Holzjoche geferigt werden.

Am 17. Januar 1884 erhält der 25 Jahre alte Jakob Reuter, zuvor Lehrer in Hutzdorf im Schlitzerland, die Lehrerstelle an der damals einklassigen Volksschule in Bermuthshain. Er wird dort als einer der am längsten amtierenden Lehrer vier Jahrzehnte im Dienst bleiben.

1884 wird die Gastwirtschaft "Zum Hessischen Hof" von Heinrich Bopp III. eröffnet.

Bei der Wahl zum 6. Deutschen Reichstag am 28. Oktober 1884 erhält der Nationalliberale Kalle in Bermuthshain 50 Stimmen, der Freisinnige Lüders 14 Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 47,6%.

Am 1. Dezember 1885 hat Bermuthshain 501 Einwohner.

1886 eröffnet der Ortsbürger Andreas Oechler VI., der 1882 die ehemalige Hofreite der Familie Brückmann erworben hat, dort eine Schankwirtschaft, das spätere "Deutsche Haus".

1887 lässt der Bermuthshainer Revierförster Wilhelm Dillemuth, angeregt durch einen Zeitungsbericht, bei dem örtlichen Holzdreher Friedrich Jost die ersten noch als Schneeschuhe bezeichneten Skier im Vogelsberg anfertigen, die er anschließend bei einer Fahrt von der Herchenhainer Höhe herab selbst ausprobiert. Friedrich Jost nimmt im darauffolgenden Jahr die Fertigung von Skiern zu Verkaufszwecken auf.

Bei der Wahl zum 7. Deutschen Reichstag am 21. Februar 1887 entfallen in Crainfeld, Grebenhain, Bermuthshain und Gunzenau 104 Stimmen auf den nationalliberalen Kandidaten Kalle.

Am 17. Februar 1889 wird der Landwirtschaftliche Consumverein Bermuthshain, eingetragene Genossenschaft zum gemeinschaftlichen Ein- und Verkauf landwirtschaftlicher Produkte gegründet. Zum Direktor wird Ernst Oechler I., zum Stellvertreter Ernst Pfannstiel gewählt.

Im Jahr 1889 erwirbt Alexander Lind aus Crainfeld die Gastwirtschaft "Zum Hessischen Hof", die er zuvor seit 1886 gemeinsam mit seinem Bruder David Lind gepachtet hatte. Die Linds sind die einzige jüdische Familie in Bermuthshain.

Bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag am 26. Februar 1890 erhält Oswald Zimmermann als Kandidat der Antisemitischen Volkspartei in Crainfeld, Bermuthshain, Grebenhain und Gunzenau 159 Stimmen gegenüber 50 für den Nationalliberalen Fritz Kalle und 82 für den Freisinnigen von Kolchstein.

In das am 15. November 1890 in Kraft tretende hessische Gesetz die Herstellung von Nebenbahnen betreffend wird auch die geplante Bahnlinie Gedern-Lauterbach aufgenommen, wodurch für Bermuthshain der Anschluss an das Eisenbahnnetz in greifbare Nähe rückt. Bis zum Beginn der Bauarbeiten vergehen jedoch noch einige Jahre.

Am 21. November 1890 wird der bisherige Darlehenskassenverein in die Vorschußkasse Crainfeld Bermuthshain in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft umgewandelt, nachdem durch das am 1. Oktober 1889 in Kraft getretene Genossenschaftsgesetz den bisherigen Darlehenskassenvereinen die Gewährung von Darlehen an Nichtmitglieder nicht mehr gestattet ist. Bei der Gründung der Vorschußkasse zeichnen 40 Landwirte aus Crainfeld und Bermuthshain Aktien zu je 200 Mark.

Am 1. Dezember 1890 hat Bermuthshain 506 Einwohner.

Im Frühjahr 1891 sät Revierförster Wilhelm Dillemuth am "Steinchen" im Oberwald und in der "Rothenbach" die ersten Douglasien im Vogelsberg aus, deren Saatgut er aus Nordamerika bezogen hat.

Am 8. Oktober 1891 erklärt sich der Gemeinderat von Bermuthshain zu der in der am 29. März 1890 erlassenen Landesfeuerlöschordnung vorgesehenen Gründung einer Pflichtfeuerwehr bereit.

1892 wird das neue Gasthaus mit Tanzsaal der Gastwirtschaft "Zum Goldenen Stern" von Ernst Pfannstiel erbaut. Es ähnelt äußerlich der benachbarten Gastwirtschaft "Zur Krone".

Das Jahr 1892 wird daneben vor allem von dem freiwilligen Rücktritt von Bürgermeister Sebastian Schmidt, nach drei Jahrzehnten im Amt, aufgrund großer Unzufriedenheit der Ortsbürgerschaft mit seiner Person geprägt. Bei der fälligen Neuwahl des Bürgermeisters wird der von seinem Vorgänger vorgeschlagene Kandidat Heinrich Oechler I. mit einigen Stimmen Mehrheit gewählt. Die Wahl wird jedoch aufgrund angeblicher Unregelmäßigkeiten annulliert. Durch den heftigen Wahlkampf spaltet sich die Dorfgemeinschaft in zwei einander feindselig gegenüberstehende Parteien.

1893 wird Heinrich Oechler I. schließlich in seinem Amt als Bürgermeister von Bermuthshain bestätigt. Nur allmählich beruhigt sich die aufgeheizte Stimmung innerhalb der Gemeinde, die zur Begleiterscheinung aller folgenden innerörtlichen Wahlen bis 1933 gehören wird.

Im Jahr 1895 erhält die Volksschule Bermuthshain eine zweite Lehrerstelle, die zunächst mit Otto Diehl aus Bleichenbach besetzt wird. Der bisherige Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde im Obergeschoß wird zum Schulsaal der I. Klasse umgebaut, aber auch weiterhin für Gottesdienste genutzt.

Am 2. Dezember 1895 hat Bermuthshain 461 Einwohner.

1897 wird das seit 1889 stillgelegte Dampfsägewerk des Heinrich Suppes II. (Schneidmühle) durch die Brüder Georg Emil und Peter Gottfried Brand aus Bobenhausen gepachtet und wieder in Betrieb genommen.

Bei der Wahl zum 10. Deutschen Reichstag am 16. Juni 1898 erhält der antisemitische Kandidat Friedrich Bindewald bei der Stichwahl mit 58 Stimmen die eindeutige Mehrheit der Stimmen in Bermuthshain gegenüber dem Kandidaten des Bundes der Landwirte, Fritz Schade, mit 12 Stimmen.

1898 nimmt die neugebildete Kommission zur Aufstellung eines Generalkulturplans für den oberen Vogelsberg ihre Arbeit auf. Geplant sind umfangreiche Meliorationen und Aufforstungen von Gemeindeweiden in den Gemarkungen von 21 Gemeinden im Kreis Schotten und von 12 Gemeinden im Kreis Lauterbach, darunter auch Bermuthshain.

1898 beginnt der Ausbau der Kreisstraße von Bermuthshain nach Ober-Moos mit einer Abzweigung nach Crainfeld. Damit entsteht erstmals eine moderne Fahrstraßenverbindung mit beiden Nachbargemeinden.

1899 wird das neue Feuerversicherungsbuch über die Gebäude in der Gemeinde Bermuthshain fertiggestellt. In Verbindung damit werden alle Häuser und Höfe im Ort neu nummeriert und erstmals amtliche Straßennamen in Bermuthshain eingeführt. Es sind dies Hauptstraße, Nebenstraße und Straße nach Ober-Moos. Wenige Jahre später kommt noch die Bahnhofstraße dazu.

Ende 1899 wird der schon lange Jahre existierende Gesangverein "Liederkranz" Bermuthshain, welcher jedoch seit den letzten Jahren geschlummert hat, auf Initiative von Lehrer Adam Heldmann wieder aktiviert.

Am 22. März 1900 wird der Kriegerverein Bermuthshain durch 35 Ortsbürger gegründet, hauptsächlich Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges 1870-1871 und Reservisten. Initiatoren des Vereins sind der Bermuthshainer Revierförster Wilhelm Dillemuth, der auch zum Vorsitzenden gewählt wird, sowie der am Forstamt Grebenhain tätige Oberförster und Reserveoffizier August Ohl.

Am 31. Oktober 1901 wird der erste Abschnitt der Vogelsbergbahn von Lauterbach bis zum Bahnhof Grebenhain-Crainfeld eröffnet.

Bei der Bürgermeisterwahl am 12. März 1902 unterliegt Amtsinhaber Heinrich Oechler I. seinem Gegenkandidaten Friedrich Jost mit 32 gegen 55 Stimmen. Nach Reklamation durch Anhänger von Bürgermeister Oechler wird die Wahl jedoch für ungültig erklärt.

Die Wiederholung der Bürgermeisterwahl erfolgt am 7. Juni 1902, wobei Bürgermeister Oechler jedoch nicht erneut kandidiert. Dieses Mal entfallen auf Friedrich Jost 59 Stimmen, der damit neuer Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain ist, gegenüber 27 für den von der Gegenpartei aufgestellten Heinrich Laufer.

Im Jahr 1902 wird ein Schießstand auf dem Höllerich durch den Kriegerverein angelegt.

Der Gesangverein "Liederkranz" Bermuthshain wird am 17. Dezember 1902 in Ermangelung eines Dirigenten aufgelöst.

Bei der Wahl zum 11. Deutschen Reichstag am 25. Januar 1903 erhält in Bermuthshain Friedrich Bindewald (Deutsche Reformpartei) 39 Stimmen, Eduard Wallau (Nationalliberale) 34 Stimmen. Die folgende Stichwahl entscheidet dagegen Wallau mit 60 gegenüber 23 Stimmen gegen den Antisemiten Bindewald vor Ort für sich.

1903 wird die Straßenbrücke über die Lüder gebaut.

Im August 1903 eröffnet der aus Wittenburg in Mecklenburg-Schwerin gebürtige Albert Greßmann eine Handmolkerei. Zuvor war er Teilhaber der von 1898 bis 1901 bestehenden Dampfmolkerei Schulz & Greßmann in Ilbeshausen.

1904 wird die Kreisstraße von Bermuthshain bis zur Einmündung in die Staatsstraße zwischen Grebenhain und Hartmannshain neu ausgebaut, auch zur besseren Anbindung an den noch im Bau befindlichen Bahnhof. Zeitgleich wird die Bermuthshainer Hauptstraße zur Ortsdurchfahrt ausgebaut.

Am 14. Mai 1905 spricht Bürgermeister Jost auf einer Protestversammlung gegen den Generalkulturplan in Grebenhain vor rund 1.000 Teilnehmern. Aufgrund der Proteste, vor allem gegen die geplanten umfangreichen Flurneuordnungen und Aufforstungen, lässt die großherzogliche Regierung den Generalkulturplan 1907 schließlich ganz fallen.

Im August 1905 wird bei der Posthilfsstelle im Gasthaus "Zum Deutschen Reich" von Andreas Oechler VI. das erste Telefon in Bermuthshain in Betrieb genommen.

1905 entsteht das neue Wohn- und Betriebsgebäude der Molkerei Greßmann in der Ober-Mooser Straße anstelle des alten Leiterhauses, das stattdessen auf das Grundstück des Gemeindehauses umgesetzt wird.

Die Volkszählung am 1. Dezember 1905 ermittelt für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 458.

Am 1. April 1906 wird nach rund dreijähriger Bauzeit der zweite Bauabschnitt der Vogelsbergbahn zwischen Grebenhain und Gedern feierlich dem Verkehr übergeben, wodurch Bermuthshain einen Anschluss an das Eisenbahnnetz erhält. Bürgermeister Friedrich Jost begrüßt den Eröffnungszug mit den Ehrengästen mit einer Ansprache am Bahnhof.

Im gleichen Monat, im April 1906, wecken Probebohrungen nach Kali 100 m östlich des Ortes an der Kreisstraße nach Ober-Moos in Bermuthshain voreilige Hoffnungen auf ein Kalibergwerk.

Vom 10. bis 11. Juni 1906 feiert der Kriegerverein Bermuthshain seine Fahnenweihe mit einem großen Fest, wozu auf dem Marktplatz eigens eine provisorische Festhalle erbaut wird. Es ist dies das erste überlieferte große Vereinsfest im Ort.

Bei der Wahl zum 12. Deutschen Reichstag am 25. Januar 1907 erhält in Bermuthshain Friedrich Bindewald (Deutschsoziale Reformpartei) 64 Stimmen, Eduard Wallau (Nationalliberale) 36 Stimmen, Orbig (Sozialdemokratische Partei) 2 Stimmen, Heinrich Reh (Freisinnige Volkspartei) 1 Stimmen. Die Stichwahl entscheidet dieses Mal Bindewald als Kandidat der Antisemiten mit 65 gegenüber Landrat Wallau mit 41 Stimmen vor Ort für sich.

1907 wird die Vogelsberger Ein- und Verkaufsgenossenschaft m. b. H. Bermuthshain mit dem Einzugsgebiet Bermuthshain, Ober-Moos, Gunzenau und Ilbeshausen zum günstigeren Ein- und Verkauf landwirtschaftlicher Produkte gegründet.

Auf der hessischen Landesausstellung im Juni 1908 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt stellt Friedrich Jost aus Bermuthshain künstlerisch gestaltete Holzspielzeuge aus.

Im Jahr 1909 wird das Gasthaus "Zur Bahn" von Ernst Oechler II. unmittelbar neben dem Bahnhof eröffnet.

Ebenfalls 1909 errichtet die Ein- und Verkaufsgenossenschaft ein Lagerhaus in der Ober-Mooser Straße.

Am 30. September 1909 wird durch eine Abstimmung unter den Grundstückseigentümern die Feldbereinigung in der Gemarkung Bermuthshain beantragt. Das anschließend eingeleitete Feldbereinigungsverfahren ist die erste Flurneuordnung im Kreis Lauterbach sowie neben der zeitgleichen Feldbereinigung in Volkartshain die erste im gesamten hohen Vogelsberg.

Von 1909 bis 1910 wird weiterhin die zentrale Wasserleitung der Gemeinde Bermuthshain gebaut.

Am 1. Dezember 1910 hat Bermuthshain 486 Einwohner, davon 241 weibliche. Der Ort besteht aus 83 Wohnhäusern mit 109 Haushaltungen. Davon sind 95 gewöhnliche Haushaltungen mit zwei und mehr Personen neben 14 einzeln lebenden Personen mit eigener Hauswirtschaft.

Die Bürgermeisterwahl am 27. September 1911 entscheidet der amtierende Bürgermeister Friedrich Jost mit 62 gegen 53 Stimmen gegen den Gegenkandidaten Jakob Laufer für sich. Der Wahlkampf wird erneut von einer feindseligen Stimmung zwischen den beiden innerörtlichen "Parteien" überschattet, die auch nach dem Wahlausgang noch anhält.

In dieser Situation wird am 21. Dezember 1911 der Männergesangverein "Eintracht" Bermuthshain durch 29 Ortsbürger gegründet. Diese sind zum größten Teil vorher aus dem Kriegerverein ausgetreten, weil dessen Vorsitzender Wilhelm Dillemuth bei der Wahl seine Stimme für Bürgermeister Jost abgegeben hatte. Zum 1. Vorsitzenden des Gesangvereins wird der unterlegene Bürgermeisterkandidat Jakob Laufer gewählt.

Am 12. Januar 1912 finden die Wahlen zum 13. Deutschen Reichstag statt. Das Ergebnis in Bermuthshain ist: Friedrich Bindewald (Wirtschaftliche Vereinigung) 61, Friedrich Vetters (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) 13, Friedrich Ernst Heck (Nationalliberale) 12,  Möbus (Fortschrittliche Volkspartei) 3. In der Stichwahl erzielt Bindewald 73 Stimmen gegenüber Bindewald mit 37 Stimmen.

Ab 1912 sind an der Volksschule Bermuthshain, mit Ausnahme der Kriegsjahre, stets zwei Lehrer tätig, nachdem die zweite Lehrerstelle 1905 wegen gesunkener Schülerzahlen zunächst wieder gestrichen worden war.

Am Abend des 18. Oktober 1913 wird zur Erinnerung an das 100-jährige Jubiläum der Völkerschlacht bei Leipzig unter Anteilnahme der Ortsbevölkerung ein Holzstoß auf dem Höllerich entzündet. Am darauffolgenden Tag, dem 19. Oktober 1913, findet ein Festzug durch den Ort statt, nach dem im Anschluss daran vor dem Friedhof die Freiheitslinde gepflanzt wird.

Am 1. Juli 1914 erfolgt im Rahmen der Feldbereinigung in der Gemarkung Bermuthshain die Zuteilung der neuen Grundstücke an die Eigentümer.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 wird den Bermuthshainern zuerst durch einen von Lichenroth kommenden Autofahrer bekannt gemacht.

Am 2. August 1914 die zum Kriegsdienst eingezogenen Männer aus dem Kirchspiel mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche in Crainfeld feierlich verabschiedet.

Der erste Kriegsgefallene aus Bermuthshain ist am 30. September 1914 zu beklagen. Es ist der 22 Jahre alte Wilhelm Muth, der bei Fresnoy in Frankreich getötet wird.

Im Jahr 1915 wird die Gastwirtschaft "Zum weißen Roß" geschlossen.

1916 vermittelt das bei Westwind deutlich hörbare Artilleriefeuer während der Schlacht von Verdun, fast 400 km entfernt, den Bermuthshainern eine Ahnung vom Schrecken des Krieges.

Der Erste Weltkrieg endet mit dem Waffenstillstand von Compiegne am 9. November 1918. Insgesamt hat die Gemeinde Bermuthshain in den vier Kriegsjahren 21 Gefallene und 2 Vermißte zu beklagen. In den Wochen nach dem Waffenstillstand wird Bermuthshain vom Durchmarsch der von der Westfront zurückkehrenden Truppenteile berührt und erhält Einquartierung.

Am 19. Januar 1919 finden die Wahlen zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung statt, nachdem das Deutsche Reich durch den Sturz von Kaiser Wilhelm II. am 11. November 1918 zur Republik geworden ist. In Bermuthshain lautet das Ergebnis: Hessische Volkspartei (HVP) 109, Mehrheitssozialdemokraten (MSPD) 90, Deutsche Demokratische Partei (DDP) 34. Die Wahlbeteiligung beträgt 77,4%.

Am 26. Januar 1919 folgt die Wahl zur Verfassungsgebenden Volkskammer im Volksstaat Hessen, der nach dem Sturz von Großherzog Ernst Ludwig aus dem Großherzogtum Hessen hervorgegangen ist. Das Ergebnis in Bermuthshain lautet: HVP 194, MSPD 31, DDP 12, Deutsche Volkspartei (DVP) 2.

Auf kommunaler Ebene wird am 29. Juni 1919 Bürgermeister Friedrich Jost  mit 112 gegen 84 Stimmen für einen nicht überlieferten Gegenkandidaten wiedergewählt.

Am 25. April 1920 findet im "Deutschen Haus" eine Begrüßungsfeier für die aus der alliierten Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Kriegsteilnehmer aus Bermuthshain statt.

Am 6. Juni 1920 finden die ersten Wahlen zum Deutschen Reichstag nach Gründung der Weimarer Republik statt. In Bermuthshain entfallen die Stimmen auf: HVP 194, SPD 33, DVP 6, DDP 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 78%.

Im Herbst 1920 wird das am Bahnhof Bermuthshain neu errichtete Sägewerk der Hoch- und Tiefbaugesellschaft m. b. H. vorm. Heinrich Zinn aus Gießen in Betrieb genommen.

1920 verkauft die Gemeinde Bermuthshain das bisherige Gemeinde-Armenhaus an Karl Ortstadt.

Ab 1921 stellt der örtliche Wagner und Holzdreher Karl Luft Holzspielzeug her, vornehmlich Schaukelpferde und Eisenbahnen, die über Spielzeugfirmen in Nürnberg in ganz Deutschland ihre Abnehmer finden.

Am 7. Juni 1921 wird der hohe Schornstein des zu diesem Zeitpunkt stillgelegten Dampfsägewerks von Heinrich Suppes II. (Schneidmühle) gesprengt.

Am 16. Oktober 1921 wird das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermißten des Ersten Weltkrieges eingeweiht.

Am 27. November 1921 finden die Wahlen zum 1. Landtag des Volksstaates Hessen statt. Das Ergebnis in Bermuthshain ist: Hessischer Bauernbund (HBB) 158, SPD 28, Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 23, DDP 2. Zwei Bermuthshainer kandidieren für den hessischen Landtag. Bürgermeister Friedrich Jost wird danach als Kandidat des HBB Abgeordneter des Kreises Lauterbach. Dagegen ist die Kandidatur von Gastwirt Otto Ernst August Pfannstiel auf der Liste der DNVP nicht erfolgreich.

Am 21. Dezember 1921 erhält Bermuthshain den Anschluß an das elektrische Stromnetz, als das Ortsnetz in Betrieb genommen wird. Es gehört zum Überlandwerk Oberhessen mit Sitz in Friedberg, das Eigentum der Provinz Oberhessen und der Vorläufer der heutigen Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) ist.

Mitten in der Zeit der Hyperinflation richtet am 5. August 1923 der MGV "Eintracht" Bermuthshain das Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes aus und erzielt einen Gewinn von 30 Millionen Mark. Über ein Tauschgeschäft mit einer Milchzentrifuge und Naturalien wird dieses von Tag zu Tag wertlosere Geld zur Anschaffung einer Vereinsfahne verwendet.

Am 24. August 1923 wird durch 24 Ortsbürger der Spar- und Darlehenskassenverein Bermuthshain gegründet. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wird Heinrich Damer, zum Vorsitzenden des Aufsichtstrates Otto Ernst August Pfannstiel gewählt. Die Genossenschaft tritt an die Stelle der infolge der Nachkriegsinflation zahlungsunfähig gewordenen Vorschußkasse Crainfeld-Bermuthshain und der Vogelsberger Ein- und Verkaufsgenossenschaft Bermuthshain.

Zum 1. Januar 1924 wird offiziell die Aufstellung des Ortsgrundbuches im Rahmen der Feldbereinigung beendet.

Am 1. Februar 1924 wird Lehrer Jakob Reuter nach 47 Dienstjahren, davon vier Jahrzehnte an der Volksschule Bermuthshain, in den Ruhestand versetzt. Seinen Ruhestand verbringt er in Vaitshain.

Am 4. Mai 1924 finden die Wahlen zum 2. Deutschen Reichstag statt. Das Ergebnis in Bermuthshain ist: HBB 185, SPD 11, DNVP 11, DDP 6, Völkisch-Sozialer Block 6, DNVP 6, Bund der Geusen 4, Zentrum 1, Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 73%.

Für das Jahr 1924 ist erstmals die Existenz eines Kleinkaliber-Schützenvereins belegt.

Am 7. Dezember 1924 werden die Bermuthshainer zu zwei Wahlen an die Wahlurne gerufen. So hat die Wahl zum 2. Landtag des Volksstaates Hessen das örtliche Ergebnis: HBB 240, DNVP 17, DDP 4, SPD 3, KPD 3, DVP 2. Friedrich Jost verteidigt sein Landtagsmandat für die Fraktion des HBB.

Die Wahl zum 3. Deutschen Reichstag am 7. Dezember 1924 hat das Ergebnis: HBB 230, DNVP 39, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 9, SPD 5, KPD 4, DVP 1, Haeusser-Bund 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 88,2%.

Am 20. März 1925 findet die Neuwahl des Reichspräsidenten statt. In Bermuthshain lautet das Ergebnis: Karl Jarres (DVP, DNVP) 215, Willy Hellpach (DDP) 5, Erich Ludendorff (NSDAP) 5, Otto Braun (SPD) 1, Ernst Thälmann (KPD) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 92,4%.

Im notwendig gewordenen 2. Wahlgang der Reichspräsidentenwahl am 26. April 1925 entfallen in Bermuthshain 281 Stimmen auf Paul von Hindenburg ("Reichsblock"), 8 auf Wilhelm Marx ("Volksblock").

Die Volkszählung am 16. Juni 1925 ermittelt für Crainfeld eine Einwohnerzahl von 507. Hiervon sind 265 männlich und 242 weiblich.

Die Bürgermeisterwahl am 28. Juni 1925 entscheidet Otto Ernst August Pfannstiel mit 162 Stimmen gegen Amtsinhaber Friedrich Jost mit 123 Stimmen für sich. Die Wahl wird aufgrund verschiedener Vorkomnisse während des Wahlkampfes von Anhängern des unterlegenen Bürgermeisters Jost erfolgreich angefochten und vom Kreisausschuss des Kreises Lauterbach für ungültig erklärt.

Das Sägewerk am Bermuthshainer Bahnhof geht zum 29. Juni 1925 in das Eigentum der Waldindustrie GmbH mit Sitz am Osthafen in Frankfurt am Main über. Bereits im folgenden Jahr wird der Betrieb wegen ungünstiger Verkehrsverhältnisse stillgelegt.

Am 15. November 1925 finden im Volkstaat Hessen Kommunalwahlen statt. In Bermuthshain lautet das Ergebnis der Wahl zum Lauterbacher Kreistag: Vereinigte Stadt- und Landliste (DNVP, DVP, HBB) 132 Evangelische Volksgemeinschaft (EVG) 101, SPD 5, Liste Engelbert Kübel 1. Bermuthshains Bürgermeister Friedrich Jost, bereits Landtagsabgeordneter, gewinnt ein Mandat im Kreistag für die Stadt- und Landliste und wird auch Abgeordneter im Provinzialtag der Provinz Oberhessen. Dagegen bleibt die Kandidatur des Landwirts Heinrich Rausch für die EVG erfolglos.

Die für den 31. Januar 1926 neu angesetzte Bürgermeisterwahl gewinnt Otto Ernst August Pfannstiel, der erneut kandidiert, mit 174 Stimmen. Sein Gegenkandidat Andreas Komp erhält 104 Stimmen. Amtsinhaber Jost hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Im Verlauf des Jahres 1926 wird durch den Kleinkaliber-Schützenverein ein neuer Schießstand am "Rabenberg", näher zum Dorf hin gelegen, angelegt.

Zum 1. Mai 1926 wird der Bermuthshainer Polizeidiener Nikolaus Franz nach insgesamt 42 Dienstjahren in den Ruhestand versetzt.

Bei dem am 20. Juni 1926 abgehaltenen Volksentscheid über die entschädigungslose Enteignung der Fürstenvermögen stimmen in Bermuthshain 17 Wähler mit "Ja", 1 mit "Nein". Die Wahlbeteiligung beträgt nur 6,1%. Nahezu die Gesamtheit der Wahlberechtigten folgt dem Boykottaufruf von konservativer Seite und bleibt der Abstimmung fern.

Am 18. September 1926 wird die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain im Rahmen einer Versammlung im "Deutschen Haus" gegründet. Vorausgegangen ist eine Besichtigung der Pflichtfeuerwehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bechtold. Die Freiwillige Feuerwehr hat zunächst 39 aktive Mitglieder sowie als passives Mitglied Bürgermeister Pfannstiel, auf dessen Anregung die Gründung erfolgt ist. Heinrich Schlotthauer II. wird zum I. Kommandanten, Jakob Heutzenröder IV. zum II. Kommandanten ernannt.

1927 eröffnet der Ortsbürger Heinrich Imhof eine Metzgerei in der Bahnhofstraße. Er betreibt daneben einen eigenen Verkaufsstand in der Kleinmarkthalle in Frankfurt am Main.

Im gleichen Jahr (1927) erwirbt der Bermuthshainer Karl Appel mit Unterstützung einiger anderer ortsansässiger Landwirte eine Dreschmaschine mit Dampflokomobil. Die Firma Appel u. Gen. führt auch Lohndrusch durch.

Am 4. März 1927 wird auch der Bahnhof an das elektrische Ortsnetz angeschlossen.

Am 8. April 1927 erhält die Gemeinde Bermuthshain vom Hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft das Recht zur Abhaltung eines zweiten Vieh- und Krämermarkts im Frühjahr.  Der Markt wird dann am 22. April 1927 zum ersten Mal abgehalten.

Im Mai 1927 errichtet die Firma Riedemann & Fröhlich aus Hesserode unterhalb der Bahnlinie in der Nähe der Lüder einen Basaltsteinbruch, gibt den Betrieb aber bereits im September 1927 wegen mangelnder Ergiebigkeit wieder auf.

Am 13. November 1927 findet die Wahl zum 3. Hessischen Landtag statt. Das Ergebnis in Bermuthshain lautet: HBB 136, DNVP 10, KPD 5, SPD 5, DVP 3, DDP 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 52,1%. Friedrich Jost verteidigt auch diesmal erfolgreich sein Landtagsmandat für den HBB.

Im Januar 1928 pachtet ein Dr. Haimbach aus Fulda ein Gelände am "Scheidborn" zum Bau einer Pelztierfarm, zu dem es jedoch nicht kommt.

Im April 1928 wird der Weg von Bermuthshain an den Grundmühlen vorbei bis zur Kreisstraße nach Crainfeld von Grund auf neu hergestellt und als Fahrstraße zur besseren Anbindung an die Nachbargemeinde ausgebaut.

Am 20. Mai 1928 findet die Wahl zum 4. Deutschen Reichstag statt. Das Wahlergebnis in Bermuthshain lautet: Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei (CNBL) 100, EVG 22, NSDAP 14, DVP 6, DNVP 5, KPD 5, SPD 5, DDP 3, Wirtschafts-Partei des deutschen Mittelstandes (WP) 3, Alte Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 54%.

Das Feldbereinigungsverfahren in der Gemarkung Bermuthshain endet zum 30. Juni 1928 nach fast zwei Jahrzehnten durch die offizielle Auflösung der Feldbereinigungsgesellschaft.

Am 23. September 1928 begeht die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain ihr feierliches Gründungsfest auf dem Marktplatz mit der Beteiligung von 12 auswärtigen Wehren und rund 350 Feuerwehrleuten.

Bei der Gründung der NSDAP-Ortsgruppe Grebenhain am 1. März 1929 als erster NSDAP-Ortsgruppe im Kreis Lauterbach stammen von den acht Gründungsmitgliedern vier aus Bermuthshain.

Am 27. März 1929 tritt die Volksschule Bermuthshain mit einem Mundharmonika-Orchester unter der Leitung von Lehrer Karl Winter in der "Jugendstunde" des Südwestdeutschen Rundfunks in Frankfurt am Main auf.

Die Kommunalwahlen im Volksstaat Hessen finden am 17. November 1929 statt. Bei der Wahl zum Kreistag in Lauterbach lautet das Ergebnis in Bermuthshain: NSDAP 115, Vereinigte Stadt- und Landliste 49, KPD 8, SPD 8. Sowohl Altbürgermeister Jost (für die Vereinigte Stadt- und Landliste) als auch Bürgermeister Pfannstiel (für die NSDAP) kandidieren für den Kreistag, wobei ersterer trotz des schlechteren Abschneidens im Heimatort ein Mandat erringen kann.

Beim Volksentscheid gegen den Young-Plan am 22. Dezember 1929 stimmen in Bermuthshain 232 Wähler mit "Ja", 5 mit "Nein". Die Wahlbeteiligung beträgt 74,4%.

1929 bis 1930 erfolgt eine umfangreiche Renovierung des Schulhauses mit Umbau des Schulsaales im Erdgeschoß. Der Schulunterricht findet während dieser Zeit im Saal des nahen Gasthauses "Zur Krone" statt.

Am 1. April 1930 wird die NSDAP-Ortsgruppe Bermuthshain mit zunächst 12 Mitgliedern gegründet. Im gleichen Jahr ensteht auch noch ein SA-Sturm der nationalsozialistischen "Sturmabteilung" (SA) auf Initiative des in Schlitz ansässigen SA-Sturmführers Gerhard Münch.

Am 14. September 1930 wird der 5. Deutsche Reichstag gewählt. In Bermuthshain lautet das Ergebnis: NSDAP 188, Hessisches Landvolk (HLV) 41, DVP 6, DNVP 4, SPD 4, Deutsche Staatspartei (DStP) 3, Christlich-Sozialer Volksdienst (CSVD) 2, KPD 1. Die Wahlbeteiligung liegt bei 78,9%.

Auf dem Weg zu einer Landtagssitzung in Darmstadt am 18. Mai 1931 verunglückt der Landtagsabgeordnete und Bermuthshainer Altbürgermeister Friedrich Jost im Hauptbahnhof Frankfurt am Main tödlich beim Aussteigen aus dem wieder anfahrenden Zug. Unter großer Anteilnahme der Ortsbevölkerung sowie des Crainfelder Pfarrers Saal und des Lauterbacher Kreisdirektors Dr. Michel wird er drei Tage später auf dem Bermuthshainer Friedhof beigesetzt.

Am 8. November 1931 wird Bürgermeister Pfannstiel in seinem Amt bestätigt. Zu einer tatsächlichen Wahl kommt es nicht, da niemand in der Gemeinde als Gegenkandidat aufgestellt wird.

Am 15. November 1931 folgen die Wahlen zum 4. Hessischen Landtag. Das Ergebnis in Bermuthshain ist: NSDAP 252, HLV 23, SPD 5, DVP 2, KPD 1.

Infolge der wirtschaftlichen Notlage wird am 19. Februar 1932 durch den Gemeinderat von Bermuthshain eine drastische Kürzung aller Vergütungen für die Gemeindebediensteten (Bürgermeister, Gemeinderechner, Polizeidiener/Feldschütz, Hebamme, Wasserwärter, Schuldiener, Glöckner, Schweinehirt) beschlossen.

Am 13. März 1932 findet die Reichspräsidentenwahl statt. In Bermuthshain hat sie zunächst das folgende Ergebnis: Adolf Hitler (NSDAP) 290, Paul von Hindenburg (BVP, DStP, DVP, SPD, Zentrum) 15, Theodor Duesterberg (DNVP, Stahlhelmbund) 4, Ernst Thälmann (KPD) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 96,6%.

Beim notwendig gewordenen zweiten Wahlgang am 10. April 1932 stimmen in Bermuthshain dieses Mal 291 Wähler für Hitler und 23 für von Hindenburg. Beteiligt haben sich dieses Mal 96% der örtlichen Wahlberechtigten.

Am 19. Mai 1932 kommt es zu einem Einsatz der hessischen Staatspolizei in Bermuthshain und Crainfeld, bei dem Hakenkreuzfahnen, die entgegen eines Verbots an Häusern und Bäumen befestigt sind, entfernt werden. Zwei Fahnen werden sichergestellt , während eine an der Spitze einer Fichte in Bermuthshain befestigte Hakenkreuzfahne von den Polizisten nicht erreicht werden kann.

Der "Führer" der NSDAP, Adolf Hitler, wird am 29. Mai 1932 zum Ehrenbürger der Gemeinde Bermuthshain ernannt, wobei kein ordnungsgemäßer Beschluss des Gemeinderates erfolgt. Anlässlich der nationalsozialistischen "Hitler-Sonnenwende-Feier" auf dem Hoherodskopf, einer Großveranstaltung mit rund 40.000 Teilnehmern am 18. Juni 1932, werden Hitler die Ehrenbürgerbriefe der drei Gemeinden Bermuthshain, Crainfeld und Grebenhain überreicht.

Nur einen Tag später, am 19. Juni 1932, spiegeln die Wahlen zum 5. Hessischen Landtag die mittlerweile etablierte örtliche Dominanz der Nationsozialisten in Bermuthshain deutlich wieder. Hier fällt das Ergebnis wie folgt aus: NSDAP 284, DNVP 11, Sozialistische Arbeiter-Partei 5, Hessische Demokraten 1, Liste Dr. Leuchtgens 1, Nationale Einheitsliste (DStP, DVP, CSVD, Volksrechtpartei, WP, Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei) 1, SPD 1.

Mitten hinein in diese Stimmung fällt am 17. Juli 1932 der zweite Auftritt der Volksschule Bermuthshain in der "Jugendstunde" des Frankfurter Rundfunks unter dem Motto "Mit Musik durch deutsche Gaue". Äußerungen des Bermuthshainer Lehrers Karl Winter über das "deutsche Elsaß" führen daraufhin zu heftiger Kritik in der Pariser Zeitung "Le Matin" am "Rachegeist der deutschen Jugend".

Die Wahl zum 6. Deutschen Reichstag am 31. Juli 1932 hat in Bermuthshain wiederum ein eindeutiges Ergebnis: NSDAP 290, DNVP 13, SPD 8, KPD 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 96,6%.

Auch bei der Wahl zum 7. Deutschen Reichstag am 6. November 1932, der letzten freien Wahl bis 1946, erweist sich die NSDAP vor Ort als dominierende politische Kraft. Das Ergebnis ist: NSDAP 295, Landvolk-Partei 8, SPD 7, DVP 4, DNVP 3. 96,4% der Wahlberechtigten in Bermuthshain geben ihre Stimme ab.

Anlässlich der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler findet am 3. Februar 1933 auf dem Höllerich eine große Kundgebung der NSDAP unter Beteiligung der örtlichen Vereine sowie fast der gesamten Bevölkerung von Bermuthshain und vieler Einwohner aus den umliegenden Gemeinden statt. Neben den Reden von Bürgermeister Otto Ernst August Pfannstiel und Pfarrer Alfred Mitzenheim aus Crainfeld wird ein großer Holzstoß entzündet.

Bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag am 5. März 1933 stehen in Bermuthshain den 298 Stimmen für die NSDAP noch 3 für die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (DNVP, Stahlhelmbund, Landbund), 2 für die SPD und 1 für die DVP gegenüber. Die Beteiligung bei dieser letzten Wahl, bei der noch mehrere Parteien zur Wahl stehen, beträgt 94,4%.

Am 25. März 1933 ernennt der Gemeinderat den von 1884 bis 1924 vor Ort tätigen Lehrer Jakob Reuter zum Ehrenbürger der Gemeinde Bermuthshain.

Im Frühjahr 1933 werden die Fischteiche in der Gewann "An den Kohlstücken" durch Lehrer Winter angelegt.

Am 29. April 1933 wird ein neuer, gleichgeschalteter, Gemeinderat ernannt, dem nur noch Mitglieder der NSDAP angehören. Grundlage ist eine am 6. April 1933 von der mittlerweile von den Nationalsozialisten übernommenen hessischen Landesregierung erlassene Verordnung über Neubildung der gemeindlichen Selbstverwaltungskörper.

Am 1. Mai 1933, von der NS-Regierung zum "Tag der nationalen Arbeit" erklärt, findet ein Festzug der SA und der NS-Organisationen sowie der örtlichen Vereine durch das Dorf statt. Anschließend erfolgt an der Hauptstraße die feierliche Pflanzung einer "Hitler-Eiche". Die Festrede hält der Crainfelder Pfarrer Alfred Mitzenheim, ein überzeugter Anhänger der Nationalsozialisten und der mit ihnen verbundenen Bewegung "Deutsche Christen".

Gemäß der Volkszählung am 16. Juni 1933 hat Bermuthshain 476 Einwohner. Diese sind erwerbsmäßig zu 70,3% in der Land- und Forstwirtschaft, zu 20,1% in Handwerk und Industrie und zu 2,5% im Handel tätig.

Am Reichsparteitag der NSDAP vom 30. August bis 2. September 1933 in Nürnberg nehmen eine gemeinsame Abordnung der NSDAP-Ortsgruppe und des SA-Sturms Bermuthshain teil.

Im Herbst 1933 wird im Rahmen von Notstandsarbeiten durch Arbeitslose aus Ober-Seemen der sogenannte "Rödgesweg" neu ausgebaut und befestigt. Außerdem wird ein neuer Feldweg quer über den "Jagdhorst" gebaut.

Durch das am 29. September 1933 erlassene "Reichserbhofgesetz" erhalten 21 landwirtschaftliche Anwesen in Bermuthshain mit einer Hoffläche von mehr als 7,5 ha den Status eines "Erbhofes", der nicht finanziell belastet, aber auch nicht veräußert oder geteilt werden kann.

Zwei Tage später wird am 1. Oktober 1933 das Erntedankfest als "Tag des deutschen Bauern" mit einem Festgottesdienst für das gesamte Kirchspiel in Crainfeld mit anschließender Übertragung der "Führerrede" vom Bückeberg bei Hameln auf den Kirchhof begangen.

Der NS-Propagandareigen setzt sich am 13. Oktober 1933 mit dem "Tag des deutschen Handwerks" fort. Dieser beginnt lokal mit einem Festgottesdienst in Crainfeld und mündet in einen großen Festumzug mit Motivwagen durch die drei Kirchspielorte Crainfeld, Bermuthshain und Grebenhain.

Anlässlich eines Propagandmarsches nach Ilbeshausen am 22. Oktober 1933 wird die Ausgliederung des neuen SA-Sturms 24/254 Ilbeshausen aus dem mittlerweile sehr stark angewachsenen SA-Sturm 25/254 Bermuthshain bekannt gegeben.

Von einer Propagandakampagne begleitet wird ebenso die am 12. November 1933 abgehaltene und mit der "Wahl" zum durch Auflösung und Verbot aller übrigen Parteien längst bedeutungslosen Deutschen Reichstag verbundene Volksabstimmung über den Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund. In Bermuthshain stimmen offiziell 315 Personen mit "Ja" bzw. 309 für die NSDAP.

Im Frühjahr 1934 werden die Feldwege zum "Rabenberg" und zum Hochbehälter sowie einige Ortsstraßen ebenfalls im Rahmen von Notstandsarbeiten neu ausgebaut. Weiterhin wird der Gemeindewald an den "Hahlbäumen" nahe der Gemarkungsgrenze zu Lichenroth und Völzberg abgeholzt und als Ackerland zunächst an drei Ortseinwohner verpachtet.

Am 8. März 1934 wird in Bermuthshain eine Ortsgruppe des Bundes Deutscher Mädel (BDM) mit zunächst 9 Mitgliedern gegründet.

Im August 1934 erwirbt der Tischlermeister Karl Seibert aus Frankfurt am Main (gebürtig aus Steinfurt) gemeinsam mit Ludwig Schmelz aus Crainfeld als Teilhaber das seit Jahren stillgelegte Sägewerk am Bahnhof Bermuthshain. Der Betrieb wird fortan als Holzschneiderei und Tischlerei mit 17 Arbeitskräften wiederaufgenommen.

Am 19. August 1934 findet, wenige Tage nach dem Ableben des greisen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, ein Volksentscheid über die Vereinigung des Amtes mit dem des Reichskanzlers statt. In Bermuthshain stimmen 316 mit "Ja", 7 mit "Nein", 6 Stimmen sind ungültig.

Im Dezember 1934 wird die erste, noch kleine, Skisprungschanze auf dem "Höllerich" unter der Bezeichnung Ski-Bahn fertiggestellt.

Im Januar 1935 wird das Gasthaus "Zur Krone" von Theodor Hornung II. nach umfassender Renovierung und Erweiterung um eine Metzgerei wiedereröffnet.

Am 16. Juni 1935 erfolgt am Denkmal auf dem Friedhof die feierliche Verleihung des noch von Reichspräsident von Hindenburg gestifteten "Ehrenkreuzes für Frontkämpfer 1914-1918" an die örtlichen Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges.

Der Gemeinderat von Bermuthshain fasst am 27. August 1935 einen Beschluss, wonach alle Ortseinwohner, die mit Juden Geschäfte tätigen, künftig von allen Einrichtungen der Gemeinde ausgeschlossen sind. Weiterhin wird örtlichen Handwerkern und Gewerbetreibenden angedroht, sie bei Gemeindeaufträgen nicht mehr zu berücksichtigen, wenn sie Waren von jüdischen Geschäftsleuten beziehen.

Ein weiterer Gemeinderatsbeschluss am 10. September 1935 ergeht zur Aufstellung von zwei sogenannten "Stürmerkästen" zum öffentlichen Aushang des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer".

Am 12. Februar 1936 veranstaltet die NSDAP-Ortsgruppe im Schulhaus eine Gedenkfeier für den nach Lesart der NS-Propaganda "durch Meuchelmord eines Juden gefallenen" NSDAP-Landesgruppenleiters der Schweiz, Wilhelm Gustloff, statt.

In diesem Klima verüben örtliche SA-Männer im Frühjahr 1936 einen abendlichen Überfall auf das Haus des jüdischen Gastwirts Seligmann Lind und seiner Familie. Unter dem Eindruck dieses und weiterer Übergriffe und Schikanen seit 1933 verlassen die Linds nicht lange darauf ihren Heimatort und übersiedeln zum 15. Mai 1936 nach Goßmannsdorf am Main zu den Schwiegereltern von Seligmann Lind. Das Gasthaus "Zum Hessischen Hof" und der dazu gehörige Laden werden geschlossen und zu einem Bruchteil des tatsächlichen Wertes an einen nichtjüdischen Nachbarn verkauft.

Im Frühjahr 1936 wird das Sägewerk am Bahnhof als Zweigbetrieb vom Sägewerk Johannes Henkel II. in Lauterbach übernommen. Zur gleichen Zeit wird das zweite Sägewerk am Ort, die Schneidmühle, endgültig stillgelegt.

Die am 29. März 1936 vom NS-Regime veranstaltete Scheinwahl zum Deutschen Reichstag mitsamt einer Volksabstimmung über die Remilitarisierung des Rheinlandes erbringt in Bermuthshain 316 Stimmen für die NSDAP.

Im April 1936 beginnen im Oberwald, 2 km nördlich von Bermuthshain, die Bauarbeiten für die Luftmunitionsanstalt Hartmannshain ("Muna") im Rahmen der Aufrüstung der deutschen Wehrmacht. Zweck der geheimgehaltenen Anlage ist die Fertigstellung und Lagerung von Munition, hauptsächlich Fliegerbomben jeden Kalibers, für die Luftwaffe.

Im September 1936 wird die Gemarkung Bermuthshain in ein großes Manöver der neu aufgerüsteten deutschen Wehrmacht einbezogen. Zahlreiche Soldaten sind mit ihrem Gerät während des Manövers im Ort einquartiert. Für Menschenaufläufe sorgt der Besuch Hitlers samit anderer NS-"Größen", deren Sonderzug während des Manövers auf dem Anschlußgleis der "Muna" steht.

Im Januar 1937 muß die Molkerei Greßmann ihren Betrieb einstellen. Die Landwirte aus Bermuthshain müssen ihre Milch fortan, entsprechend der gesetzlich festgelegten Einzugsgebiete, an die Molkerei in Nieder-Moos abliefern.

Nach einer Unterbrechung von mehreren Jahrzehnten wird im Februar 1937 vom Gemeinderat die Wiedereinrichtung einer Gemeindeschäferei beschlossen.

Im August 1937 erwirbt die Gemeinde Bermuthshain von der riedeselischen Forstverwaltung eine Kantinenbaracke, die am Marktplatz wieder errichtet und fortan unter den Namen "Adolf-Hitler-Heim" bzw. "Volkshalle" für die Abhaltung von Veranstaltungen der Gemeinde, der Schule und der NS-Organisationen genutzt wird.

Am 12. April 1938 findet zur propagandistischen Untermalung des "Anschlusses" von Österreich an das Deutsche Reich eine weitere Volksabstimmung statt. In Bermuthshain werden offiziell 326 Ja-Stimmen und 2 Nein-Stimmen gezählt.

Per Gemeinderatsbeschluss vom 27. Mai 1938 wird das Gelände rechts der Straße zum Bahnhof als Siedlungsgelände für Bauwillige kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der seit über 5 Jahren ruhende MGV "Eintracht" Bermuthshain wird am 24. November 1938 auf einer Versammlung im "Deutschen Haus" mit 32 aktiven Sängern wiedergegründet.

Im Frühjahr 1939 stellt die letzte noch in Betrieb befindliche Bermuthshainer Mühle, die Grohmühle, ihren Betrieb ein.

Die Volkszählung am 17. Mai 1939, die letzte vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, ermittelt für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 463.

Am 14. Juni 1939 verunglückt der Bermuthshainer Volksschullehrer Wilhelm Bitsch, zugleich Dirigent des Gesangvereins, mit seinem Motorrad in Grebenhain so schwer, dass er sechs Wochen in seiner Heimatstadt Darmstadt stirbt

Am 9. März 1941 wird in Bermuthshain eine Ortsstelle der NS-Frauenschaft gegründet.

Der erste Gefallene des Zweiten Weltkrieges aus Bermuthshain am 21. Juli 1941 ist der 31-jährige Friedrich Schneider.

Während der Deportation aller Juden aus Mainfranken werden am 24. März 1942 auch der gebürtige Bermuthshainer Seligmann Lind und seine Ehefrau Giselha aus ihrem Wohnort Goßmannsdorf am Main mit einem Transport von Kitzingen in das Ghetto in Izbica im deutsch besetzten Polen verschleppt und vermutlich wenig später ermordet.

Anfang Juli 1943 werden rund 120 junge Frauen aus der deutsch besetzten Ukraine zur Zwangsarbeit in der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain nach Bermuthshain gebracht. Ihre Unterbringung erfolgt in einem "Ostarbeiter", das aus mehreren Baracken (darunter der früheren "Volkshalle") am Marktplatz besteht.

In der Nacht vom 30. auf den 31. März 1944 stürzt ein britischer Bomber des Typs Avro Lancaster Mk. III, der von einem deutschen Nachtjäger abgeschossen wurde, nahe dem "Jagdhorst" und knapp hinter der Gemarkungsgrenze zu Ober-Moos, ab. Die gesamte siebenköpfige Besatzung kommt ums Leben.

Am 12. November 1944 tritt der gemäß einem "Führererlass" vom 25. September 1944 gebildete "Deutsche Volkssturm" in Bermuthshain vor dem Gasthaus "Zum Goldenen Stern" an.

Am 17. Dezember 1944 muss ein deutsches Jagdflugzeug vom Typ Messerschmitt Bf 109 G in der Gewann "An den Hahlbäumen" notlanden.

Bei einem Angriff amerikanischer Jagdbomber am 18. März 1945 auf einen Zug auf der Vogelsbergbahn bei Crainfeld werden drei Reisende getötet, darunter der Bermuthshainer Johannes Löffler.

Ein weiterer Luftangriff am 22. März 1945, ausgeführt von acht amerikanischen Jagdbombern, hat einen beladenen Munitionszug auf dem Gelände der "Muna" zum Ziel. Dieser wird in Brand geschossen und explodiert unter heftigen Detonationen, wodurch in den Nachbarorten Grebenhain, Bermuthshain und Crainfeld etliche Fensterscheiben zerspringen. In Crainfeld setzt ein weggeschleuderter Bombenzünder eine Scheune in Brand, außerdem wird dort ein Mann durch einen Bombensplitter getötet.

Angesichts der heranrückenden Alliierten werden vor allem am 27. und 28. März 1945 die Bunker der "Muna" mitsamt der dort gelagerten Munition von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Hierdurch wird ein großer Teil des südöstlichen Oberwaldes für Jahrzehnte mit Munition und Munitionsteilen verseucht. Während der Sprengungen werden die Gemeinden Bermuthshain und Grebenhain vorübergehend von der Bevölkerung geräumt.

Am 29. März 1945 gegen 16 Uhr rollen Panzer und weitere motorisierte Einheiten der 4. US-Panzerdivision über die Reichsstraße 275 in Grebenhain ein.

Das zunächst links liegen gelassene Bermuthshain wird am 31. März 1945 durch Truppen der 11. US-Panzerdivision, die am Morgen des Tages von Nieder-Seemen über den östlichen Vogelsberg auf Fulda vorstoßen, kampflos besetzt. Während des amerikanischen Vormarsches wird jedoch der Nachbarort Ober-Moos durch Flieger- und Panzerbeschuss zu zwei Dritteln zerstört, nachdem von dort ein US-Aufklärer unter Flakfeuer genommen worden war.

Dass der Krieg für Bermuthshain keineswegs vorbei ist, zeigt sich am 5. April 1945, als der 35-jährige Schreinermeister Heinrich Greb beim Verlassen seines Hauses von US-Soldaten angeschossen wird. Er wird von amerikanischen Sanitätern erstversorgt und abtransportiert  und gilt seither als verschollen.

Mit der Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht am 9. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Europa. Insgesamt 24 gebürtige Bermuthshainer sind als Soldaten gefallen, 3 als Zivilisten bei alliierten Luftangriffen usw. ums Leben gekommen, 2 nach Deportation im KZ ermordet worden. Hinzu kommen 11 Angehörige von während oder nach dem Krieg in das Dorf gekommenen Heimatvertriebenen und Evakuierten. Aus der Kriegsgefangenschaft kommen einige erst Anfang der 1950er Jahre zurück.

Am 13. Juni 1945 wird Johannes Weitzel durch den Lauterbacher Landrat Gustav Mandt kommissarisch zum Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain ernannt. Er hatte bereits bis 1933 dem Gemeinderat angehört und war interimsmäßig bereits im April 1945 durch die amerikanische Militärregierung als Bürgermeister eingesetzt worden. Sein Amtsvorgänger wie auch die übrigen Amtsträger der NSDAP im Ort werden für rund ein Jahr im Civil Internment Camp 74 in Ludwigsburg arrestiert.

Einem Bericht von Landrat Mandt zufolge hat Bermuthshain am 15. September 1945 insgesamt 489 ständige Einwohner.

Die Gemeindewahlen im neu gegründeten Land Groß-Hessen am 27. Januar 1946 sind die ersten demokratischen Wahlen seit 1933. In Bermuthshain kandidiert eine örtliche Einheitsliste unter der Bezeichnung "Interessen-Gemeinschaft Bermuthshain", die 222 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 64% erzielt. Bürgermeister Weitzel wird von dem neugewählten Gemeinderat anschließend in seinem Amt bestätigt.

Am 31. Januar 1946 leben in Bermuthshain 594 Menschen, davon 109 Evakuierte und Flüchtlinge bzw. Heimatvertriebene. Zu diesem Zeitpunkt soll die Gemeinde Bermuthshain noch bis zu 330 weitere Menschen aufnehmen.

Am 18. Februar 1946 erfolgt die Ankunft eines größeren Sammeltransports von rund 130 Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland aus dem Durchgangslager in der Turnhalle in Lauterbach. Sie werden, wie schon die Evakuierten aus den vom Bombenkrieg betroffenen Großstädten, zwangsweise in die Häuser der Einheimischen eingewiesen.

In der Folge der ersten Gemeindewahlen finden am 28. April 1946 auch die Wahlen zu den Kreistagen in Hessen statt. In Bermuthshain stimmen 45,6% der Wahlberechtigten ab und entscheiden sich für: Vereinigter Demokratischer Block 91, SPD 29, KPD 6.

Vorwiegend aus dem Kreis der Evakuierten und Vertriebenen erfolgt im Sommer 1946 die Gründung des ersten Sportvereins in Bermuthshain auf Anregung des früheren Wehrmacht-Sportoffiziers Karl Düßel aus Schweinfurt, der seit Kriegsende in Bermuthshain ansässig ist. Sportarten sind Fußball und Feldhandball, der Sportplatz ist eine Wiese am "Höllerich". Vor allem bei Alteingessenen stößt der neue Sportverein aber auch auf Unverständnis und Ablehnung und wird bereits nach rund zwei Jahren, unter anderem bedingt durch den Wegzug vieler Mitglieder, wieder aufgelöst.

Bei der Volkszählung am 29. September 1946 werden in Bermuthshain 692 Einwohner festgestellt. Dies ist der Höchsstand der Bevölkerung des Dorfes in seiner Geschichte und auf die vielen Evakuierten und Heimatvertriebenen zurückzuführen.

Am 30. Juni 1946 finden die Wahlen zur Verfassungsgebenden Landesversammlung für Groß-Hessen statt. Das Ergebnis in Bermuthshain lautet: Christlich-Demokratische Union (CDU) 95, SPD 32, KPD 3, Liberal-Demokratische Partei (LDP) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 44%.

Es folgen am 1. Dezember 1946 die Wahlen zum 1. Landtag des jungen Landes Hessen. In Bermuthshain stimmen 79 Wähler für die CDU, 56 für die SPD, 44 für die LDP, 3 für die KPD. Die Wahlbeteiligung vor Ort beträgt 59,6%, wobei fast ein Fünftel der abgegebenen Stimmzettel ungültig sind.

Die Landtagswahl ist verbunden mit zwei Volksabstimmungen. Am 1. Dezember 1946 findet somit auch der Volksentscheid über die Annahme der Verfassung des Landes Groß-Hessen statt. 121 Wahlberechtigte in Bermuthshain stimmen mit "Ja", 51 mit "Nein". Die Beteiligung beträgt 59%.

Ebenfalls am 1. Dezember 1946 findet eine separate Abstimmung über die Annahme des Artikels 41 der Verfassung des Landes Groß-Hessen (Sozialisierung der Grundstoffindustrie) statt. In Bermuthshain stimmen 110 mit "Ja", 60 mit "Nein" bei einer Beteiligung von 59%.

1947 lässt die Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain eine Maschinenhalle am Marktplatz auf dem Gelände des früheren Zwangsarbeiterlagers der "Muna" errichten. Dessen Baracken waren bereits kurz nach Kriegsende abgetragen und als Notbehausungen im kriegszerstörten Ober-Moos verwendet worden.

Am 25. April 1948 finden die Wahlen zum Kreistag des Kreises Lauterbach statt. Das Ergebnis in Bermuthshain lautet: National-Demokratische Partei (NDP) 84, CDU 72, SPD 60, LDP 44, KPD 4. Die Wahlbeteiligung beträgt 64,1%.

Zu Ehren des 88. Geburtstages von Revierförster a. D. Wilhelm Dillemuth am 16. April 1949 wird eine einst von ihm selbst im Forstdistrikt "Rothenbach" gepflanzte Douglasie mit einer Erinnerungstafel und einer Einfriedung versehen und "Wilhelm-Dillemuth-Douglasie" getauft. Der Baum wird bei den Frühjahrsstürmen 41 Jahre später abgeknickt.

Im Sommer 1949 wird das neue Feuerwehr-Gerätehaus mit seinem markanten Schlauchturm an der Hauptstraße fertiggestellt.

Gemäß der Volkszählung vom 30. Juni 1949 hat Bermuthshain 682 Einwohner. Von der Ortsbevölkerung sind am 20. September 1949 37 Evakuierte und 205 Heimatvertriebene.

Der Bermuthshainer Markt findet am 26. Juli 1949 nach zehnjähriger Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit und die Währungsreform in den Westzonen im Juni 1948 erstmals wieder statt. Die zeitgleiche Marktkirmes wird in der kurzerhand zur Festhalle umfunktionierten Maschinenhalle abgehalten.

Auch der seit Juni 1939 ruhende MGV "Eintracht" Bermuthshain wird am 1. Oktober 1949 in einer Versammlung wieder ins Leben gerufen. Chorleiter wird der im gleichen Jahr an die Volksschule Bermuthshain versetzte Lehrer Alfons Schiller.

Am 7. März 1950 hält der im Vorjahr (1949) gegründete Ortsverband des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen (ZvD) seine erste Vollversammlung ab. Ihm gehören 80 Mitglieder an. Obmann ist Wenzel Schauer.

Bei der Volksabstimmung am 9. Juli 1950 über eine Änderung der hessischen Verfassung (Reform des Wahlrechts) stimmen in Bermuthshain 59 Wahlberechtigte mit "Ja und 16 mit "Nein" bei einer Beteiligung von nur 16%.

Am 13. September 1950 hat Bermuthshain 667 Einwohner. Hiervon lebten 399 schon am 1. September 1939 im Ort und 51 in anderen hessischen Orten, während 185 Vertriebene und Flüchtlinge sind. 70,6% der Einwohner sind evangelisch, 28,5% katholisch. Der Ort besteht
aus 94 Wohnhäusern. Von den Erwerbspersonen sind 237 in Land- und Forstwirtschaft, 77 in Industrie und Handwerk, 16 in Handel und Gewerbe, 15 im öffentlichen Dienst bzw. im Dienstleistungsgewerbe beschäftigt. 16 Personen sind arbeitslos. Insgesamt 47 vor Ort Erwerbstätige sind Auspendler, dagegen 12 Einpendler.

Die Wahlen zum 2. Hessischen Landtag am 19. November 1950 haben in Bermuthshain das folgende Ergebnis: Freie Demokratische Partei (FDP) 170, CDU 57, SPD 43. Die Wahlbeteiligung beträgt 48%.

Der MGV "Eintracht" Bermuthshain feiert am 10. Juni 1951 sein 40-jähriges Bestehen mit dem  Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes. Es ist die erste große Vereinsveranstaltung in Bermuthshain seit dem Zweiten Weltkrieg.

Am 6. Oktober 1951 kann Bürgermeister Johannes Weitzel den Grundstein zum seit rund vier Jahren vorgesehenen Neubau des Schulhauses legen. Das von dem Architekten Ludwig Schmelz aus Crainfeld entworfene Gebäude entsteht auf dem Gelände der bisherigen Jungviehweide am südwestlichen Ortsrand.

Noch während der Bauarbeiten wählt die Gemeindevertretung am 22. Mai 1952 den bisherigen Beigeordneten und Gemeindesekretär Richard Oechler zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain.

Bürgermeister Richard Oechler ist es damit, der am 12. Oktober 1952 die feierliche Einweihung des neuen Schulhauses vornehmen kann. Dies enthält neben zwei Schulsälen und einem Gruppenarbeitsraum sowie einem Toilettenanbau auch das öffentliche Gemeindebad im Keller. Die nunmehrige Alte Schule im Ortskern bleibt bestehen und wird weiterhin für die evangelischen Filialgottesdienste genutzt, außerdem wird ein Teil der Räumlichkeiten ab dem Folgejahr als Wohnungen vermietet.

Nach der Fertigstellung der Neuen Schule entsteht daneben im Jahr 1953 noch das Lehrerwohnhaus mit zwei Mietswohnungen für die beiden Lehrkräfte und ihre Familien.

Ein weiterer Neubau im Jahr 1953 in Bermuthshain ist das neue Unterdörfer Backhaus, das nach dem Abbruch seines Vorgängers in der Ober-Mooser Straße an gleicher Stelle und unter Belassung des vorhandenen Backofens entsteht.

Am 6. September 1953 finden die Wahlen zum 2. Deutschen Bundestag statt. Das Ergebnis in Bermuthshain lautet: FDP 160, CDU 80, SPD 72, Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 55, Deutsche Partei (DP) 11, Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP) 5, KPD 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 89%.

Nach einer am 16. Dezember 1953 ergangenen Verfügung der  Brandversicherungskammer von Hessen wird ein neues Brandkataster angelegt. Damit verbunden ist die Einführung neuer Straßennamen: Alter Weg, Am Lüderbach, Am Rabenberg, An den Dorfwiesen, An der Alten Schule, Bahnhofstraße, Bergweg, Hauptstraße, Hochstättenweg, Lichenröther Straße, Lindenweg, Mittelgasse, Mühlweg, Obergasse, Ober-Mooser Straße, Schulweg, Untergasse, Waldstraße, Außenliegende Gebäude. Erstmals überhaupt führen damit alle Ortsstraßen und Wege in Bermuthshain einen eigenen amtlichen Namen.

Im März 1954 wird die Jagdgenossenschaft Bermuthshain gebildet, der sämtliche Grundbesitzer in der Gemarkung Bermuthshain als Pflichtmitglieder angehören.

Am 27. Juli 1954 leitet Bürgermeister Richard Oechler letztmals eine Sitzung der örtlichen Gemeindevertretung. Wegen einer schweren Erkrankung als Folge seiner Kriegsverletzung kann er sein Amt in der Folge nicht mehr ausüben. Vorerst komissarisch übernimmt der 1. Beigeordnete Wilhelm Hornung die Amtsgeschäfte.

Im Verlauf des Jahres 1954 wird das neue Wiegehaus an der Hauptstraße gebaut.

Ebenso wird 1954 eine Nebenerwerbssiedlung für Vertriebenenfamilien mit drei baulich identischen Häusern am südlichen Ortsrand auf einem ursprünglich zur großen Gemeinde-Hutweide am "Rabenberg" gehörenden Gelände fertiggestellt.

1954 wird das Gasthaus "Zur Krone" endgültig geschlossen.

Am 28. November 1954 findet die Wahl zum 3. Hessischen Landtag statt. In Bermuthshain hat sie bei einer Beteiligung von 77,5% das Ergebnis: SPD 121, FDP 98, BHE 53, CDU 44, KPD 3, Bund der Deutschen (BdD) 1.

Bei der Volkszählung am 25. September 1956 ergibt sich für Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 596.

Am 14. November 1956 wählt die Gemeindevertretung einstimmig Ernst Baumbach zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain. Zu diesem Zeitpunkt ist noch niemandem bewusst, dass er der letzte Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Bermuthshain sein wird.

Zu Pfingsten 1957 wird der neue und größere evangelische Betsaal im Erdgeschoß der Alten Schule geweiht.

Im Jahr 1957 wird gegenüber dem Gasthaus "Zum Goldenen Stern" eine moderne Kegelbahn erbaut.

Am 15. September 1957 findet die Wahl zum 3. Deutschen Bundestag statt. In Bermuthshain lautet das Ergebnis: SPD 89, DP 89, CDU 87, BHE 42, Deutsche Reichspartei (DRP) 13, FDP 9, BdD 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 82,1%.

Die Wahlen zum 4. Hessischen Landtag am 23. November 1958 haben in Bermuthshain das folgende Ergebnis: SPD 128, CDU 51, BHE 40, DP 39, FDP 18. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,9%.

Im Dezember 1958 hat Bermuthshain 558 Einwohner und 101 Wohngebäude. In der Gemeinde existieren 81 landwirtschaftliche Betriebe, davon 40 im Neben- und Zuerwerb. 63 Erwerbstätige sind Auspendler. Davon arbeiten 31 im benachbarten Grebenhain im Bau- und Textilgewerbe, 13 in Frankfurt am Main im Baugewerbe, 7 in Wabern im Baugewerbe, 6 in Bergen-Enkheim im Metallgewerbe und 6 im benachbarten Ober-Moos im Baugewerbe. In Bermuthshain bestehen weiterhin je 3 Beherbergungsbetriebe und Privatquartiere mit insgesamt 16 Betten und jährlich etwa 850 Übernachtungen.

1959 wird der Feuerlöschteich am südlichen Ortsrand an der Straße Am Rabenberg angelegt.

Einem Großbrand am 9. Januar 1960 im Anwesen Gertrud Müller fallen Scheune und Stallungen zum Opfer.

Im November 1960 wird die vollständige Erneuerung des elektrischen Ortsnetzes und der Straßenbeleuchtung abgeschlossen.

Ein Großprojekt in Bermuthshain in den Jahren 1960 bis 1963 stellt der Bau der Ortskanalisation dar.

Am 6. Juni 1961 hat Bermuthshain 545 Einwohner, davon 286 weibliche.

Die Wahl zum 4. Deutschen Bundestag am 17. September 1961 hat in Bermuthshain das Ergebnis: CDU 105, SPD 90, FDP 55, Gesamtdeutsche Partei (GDP) 23, Deutsche Friedens-Union (DFU) 4, DRP 3. Die Wahlbeteiligung beträgt 72,5%.

Zwischen 1962 und 1963 wird die Ortsdurchfahrt von Bermuthshain neu ausgebaut und mit einer Asphaltdecke und Gehwegen versehen. Durch die damit einher gehende Verbreiterung der Hauptstraße müssen ein Stallgebäude und mehrere Hofmauern abgerissen sowie die Lüder etwas begradigt und verlegt werden. Auch eine neue Lüderbrücke wird gebaut und die Einmündung der Kreisstraße in die Bundesstraße 275 begradigt.

1962 eröffnet die örtliche Spar- und Darlehenskasse ein Ladengeschäft (Kleinverkaufsstelle) im umgebauten Erdgeschoß der früheren Molkerei Greßmann.

Am 11. November 1962 finden die Wahlen zum 5. Hessischen Landtag statt. In Bermuthshain lautet das Ergebnis: SPD 125, CDU 57, BHE 51, FDP 47. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,4%.

Am 14. Januar 1964 erklärt die Gemeindevertretung von Bermuthshain ihre Zustimmung zu der von der hessischen Landesregierung vorgesehen Errichtung einer Mittelpunktschule in Grebenhain unter der Bedingung, das die ersten vier Jahrgänge weiter in der örtlichen Schule unterrichtet werden.

63 Ortseinwohner gründen am 11. März 1964 die Gefriergemeinschaft Bermuthshain, zu deren  Vorsitzenden Heinrich Jockel V. gewählt wird. Das Gefrierhaus mit 68 Gefrierfächern samt Schlachtraum wird noch im gleichen Jahr gebaut und kann im Februar 1965 in Betrieb genommen werden.

Am 3. April 1964 wird der Schulverband Grebenhain durch die Gemeinden Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain, Hartmannshain, Herchenhain, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain und Volkartshain gegründet. Sein Zweck ist die Trägerschaft der zu errichtenden Mittelpunktschule in Grebenhain, deren Baubeginn für 1966 geplant ist.

Im September 1964 wird die Kreisstraße von Bermuthshain nach Lichenroth bis zur Kreisgrenze neu ausgebaut und asphaltiert.

In Bermuthshain selbst wird 1964 die Ober-Mooser Straße als erste innerörtliche Straße mit Asphaltdecke und Bürgersteigen versehen.

Zur gleichen Zeit (1964) wird für der Bahnhof Bermuthshain von der Deutschen Bundesbahn herabgestuft und der Vereinfachte Nebenbahnbetrieb eingeführt, was die sinkende Bedeutung der Vogelsbergbahn angesichts der individuellen Motorisierung zeigt.

Weiterhin übernimmt 1964 Richard Reckziegel aus Birstein das Sägewerk von der Firma Johannes Henkel II..

In Bermuthshain hat die Wahl zum 5. Deutschen Bundestag am 19. September 1965 das folgende Ergebnis:SPD 122, CDU 83, FDP 70, Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 3, DFU 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 73,4%.

Am 13. Dezember 1965 wird im "Goldenen Stern" der SPD-Ortsverein Bermuthshain als zu diesem Zeitpunkt dritter sozialdemokratischer Ortsverein im Landkreis Lauterbach gegründet. Vorsitzender ist Karl Düßel, sein Stellvertreter Altbürgermeister Richard Oechler.

Im Jahr 1966 wird das Gasthaus "Zur Bahn" geschlossen.

Vom 4. bis 5. Juni 1966 feiert der MGV "Eintracht" Bermuthshain sein 55-jähriges Bestehen mit dem Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes. Einer der Höhepunkte des Festes ist ein Konzert der "Egerländer Kapelle Ernst Mosch" vor rund 4.000 Gästen im großen Festzelt auf der "Hühnerwiese". Abschluss der Jubiläumsfeier am Sonntag ist ein Festzug mit über 1000 Teilnehmern und Motivwagen, welche die Bermuthshainer Geschichte verkörpern. Auch eine von Altbürgermeister und Heimatpfleger Richard Oechler verfasste Festschrift mit ortsgeschichtlichem Teil wird herausgegeben.

Am 6. November 1966 finden die Wahlen zum 6. Hessischen Landtag statt. Das Ergebnis in Bermuthshain ist: SPD 134, CDU 53, FDP 46, BHE 20, NPD 12. Die Wahlbeteiligung beträgt 72,2%.

Mit Beginn des zweiten bundesweiten Kurzschuljahres am 1. Dezember 1966, das zur Umstellung des Schuljahresbeginns von Ostern auf den Herbst und der Einführung des 9. Schuljahres eingeführt worden ist, werden die Schuljahrgänge 7 und 8 der Volksschule Bermuthshain an die Schule in Grebenhain abgegeben.

1967 wird die Ortsstraße An der Alten Schule ausgebaut.

Bei der letzten Volkszählung in Hessen vor den Gebietsreformen am 30. Juni 1967 wird in Bermuthshain eine Einwohnerzahl von 514 ermittelt. Die Gemarkung des Dorfes hat eine Fläche von 847 ha.

Im Herbst 1967 werden auch die Jahrgangsklassen 5 und 6 der Volksschule Bermuthshain der im Aufbau befindlichen Mittelpunktschule in Grebenhain zugewiesen. In Bermuthshain verbleibt noch die Grundschule mit einer Lehrerstelle und den Jahrgängen 1 bis 4.

Ebenfalls im Herbst 1967 wird das neue Lagerhaus der Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain am Marktplatz errichtet, nachdem die bisherige Halle in der Ober-Mooser Straße zu klein geworden ist und auch von Lastzügen nicht gut angefahren werden kann.

Im Dezember 1967 wird das neue Postgebäude an der Hauptstraße gegenüber dem "Deutschen Haus" seiner Bestimmung übergeben.

Das Landeskulturamt ordnet im Dezember 1967 eine neue Flurbereinigung in der Gemarkung Bermuthshain an, der bei einer am 8. März 1968 stattfindenden Versammlung im "Goldenen Stern" auch eine Mehrheit der örtlichen Grundbesitzer zustimmt. Jedoch kommt es nicht zum Beginn des Verfahrens aufgrund der ungeklärten Finanzierung.

1968 beginnt der Ausbau der Ortsstraßen Mittelgasse und Hochstättenweg.

Im April 1968 beginnt der Bau der bereits seit drei Jahren geplanten Skisprungschanze auf dem "Höllerich", nachdem die vorbereitenden Erdarbeiten 1966 durch Pioniere der US-Armee durchgeführt worden waren.

Am 26. Mai 1968 wird die letzte Hebamme in Bermuthshain, Anna Zimmer,  in den Ruhestand verabschiedet. Die letzten während ihrer 44-jährigen Dienstzeit in Bermuthshain geborenen Kinder sind Winfried Zinn und Anke Hornung.

Das 200-jährige Jubiläum des Bermuthshainer Marktes wird am 30. Juli 1968 mit einem politischen Frühschoppen, einem Kinderfest, Traktorgeschicklichkeitsfahren und einem historischen Kirmeszug (dem letzten seiner Art in Bermuthshain) gefeiert.

Im Herbst 1968 wird von dem Architekten Theodor Pröscher aus Schotten entworfene neue Leichenhalle auf dem Friedhof fertiggestellt. Hierfür wurde das gesamte Friedhofsgelände bis zur Ober-Mooser Straße erweitert und neu gestaltet.

1969 wird ein zweites Transformatorenhaus am Bergweg erbaut.

Ab 1969 wird auch das Neubaugebiet Am Schanzenblick erschlossen und dann ab 1971 bis zum Beginn der 1980er Jahre mit Einfamilienhäusern bebaut.

Zu Beginn des neuen Schuljahres am 1. September 1969 wird die eigene Grundschule in Bermuthshain aufgelöst, nachdem die im hessischen Schulgesetz verankerte Untergrenze von 50 Schülern für eine eigene Schule nicht mehr erreicht wird. Somit wechseln auch die Schuljahrgänge 1 bis 4 aus Bermuthshain in die Mittelpunktschule in Grebenhain. Nach rund 340 Jahren ist dies das Ende der eigenen Schule im Ort.

Die Wahl zum 6. Deutschen Bundestag am 28. September 1969 hat das Ergebnis in Bermuthshain: Erststimmen: Günther Wuttke (SPD) 117, Hermann Götz (CDU) 85, Knut von Kühlmann-Stumm (FDP) 33, Köck (NPD) 29. Zweitstimmen: SPD 110, CDU 81, FDP 42, NPD 31, GDP 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 75,6%.

Am 17. April 1970 beschließt die Gemeindevertretung den Ausbau aller übrigen Ortsstraßen. Als 1. Bauabschnitt gelten die Ortsstraßen Am Lüderbach, Bergweg, Obergasse, Lindenweg und Untergasse. 2. Bauabschnitt sind Mühlweg, An den Dorfwiesen, Schulweg und Am Rabenberg. Die Bauarbeiten erstrecken sich bis ins Jahr 1972.

Am 23. Mai 1970 wird die neue Mittelpunktschule in Grebenhain nach fast dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Sie erhält den Namen "Oberwaldschule". 

Zum 31. Mai 1970 wird die Spar- und Darlehenskasse Bermuthshain aufgelöst, nachdem eine Beibehaltung der Selbstständigkeit aufgrund gesetzlicher Vorgaben unmöglich geworden ist. Während das Warengeschäft von der benachbarten Landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsgenossenschaft Grebenhain übernommen wird, führt die Spar- und Darlehenskasse Crainfeld das Geldgeschäft weiter. Lagerhaus, Ladengeschäft und Zahlstelle in Bermuthshain bleiben zunächst erhalten. Die gemeinschaftliche Nutzung von Landmaschinen wird in eine Maschinengenossenschaft überführt.

Im August 1970 wird das Gasthaus "Zum Goldenen Stern" von Karl Joachim Schmelz aus Lauterbach gepachtet und für rund vier Jahre als Diskothek unter dem Namen "Oldy" betrieben.

Die Sprungschanze auf dem "Höllerich" wird am 13. September 1970 eingeweiht und erhält den offziellen Namen "Wilhelm-Dillemuth-Schanze" nach dem örtlichen ersten Skiläufer im Vogelsberg. Sie ist als Mattenschanze ganzjährig nutzbar.

Bei den Wahlen zum 7. Hessischen Landtag am 8. November 1970 wird in Bermuthshain wie folgt gewählt: SPD 135, CDU 84, FDP 28, NPD 16. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,2%.

Am 20. November 1970 tritt die Gemeinde Bermuthshain dem Kommunalen Gebietsrechenzentrum Gießen bei.

Das Gemeindehaus wird im Februar 1971 verkauft.

Im Frühjahr 1971 wird die Wasserleitung von der Quellfassung bis zum Hochbehälter umgebaut. Eine neue Quelle an der Gemarkungsgrenze zu Völzberg wird gefasst.

Am 10. September 1971 beschließt die Gemeindevertretung, den Modellplanungen im hessischen Innenministerium entsprechend, den freiwilligen Beitritt der Gemeinde Bermuthshain zur neuen Großgemeinde Grebenhain zum Jahresende. Aufgrund der formalen Freiwilligkeit fallen dem nunmehrigen Ortsteil Bermuthshain erhöhte Schlüsselzuweisungen zu, die insbesondere für den weiteren Ausbau der Ortsstraßen und den Umbau der ehemaligen Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus verwendet werden sollen.

Zum 31. Dezember 1971 werden die seit der NS-Zeit gültigen festen Einzugsgebiete für Molkereien aufgehoben. Daraufhin beenden die Milcherzeuger aus Bermuthshain geschlossen ihre Mitgliedschaft bei der Zentra-Molkerei in Nieder-Moos und schließen sich der Molkereigenossenschaft Lichenroth an.

Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 schließen sich die bisherigen Gemeinden Bannerod, Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain, Hartmannshain, Herchenhain, Ilbeshausen, Metzlos, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain und Volkartshain zur neuen Großgemeinde Grebenhain im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Hessen zusammen. Dies bedeutet das Ende der selbstständigen Gemeinde Bermuthshain. Bürgermeister Ernst Baumbach bleibt zunächst als Ortsvorsteher im Amt, ebenso die bisherige Gemeindevertretung als Ortsbeirat mit ausschließlich beratender Funktion. Bürgermeister der Großgemeinde wird vorübergehend der bisherige Grebenhainer Bürgermeister Otto Stier.

Noch vor der Gebietsreform bestellt, kann am 24. März 1972 das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Freiwilligen Feuerwehr Bermuthshain in Dienst gestellt werden. Es wird von der Firma Ziegler in Gingen an der Brenz auf Basis des Ford Transit geliefert.

Am 2. Mai 1972 wird der SPD-Ortsbezirk Bermuthshain als Untergliederung des SPD-Ortsvereins Grebenhain gegründet. Vorsitzender ist Wolfgang Wendel.

Am 30. Juni 1972 übernimmt Kurt Süßenberger, bis zur Gebietsreform Bürgermeister der Gemeinde Ilbeshausen, das Amt des Bürgermeisters der Großgemeinde Grebenhain.

Zum 1. August 1972 tritt die Kreisreform in Hessen in Kraft. Aus den bisherigen Landkreisen Lauterbach und Alsfeld sowie Teilen des Landkreises Büdingen wird der Vogelsbergkreis als flächengrößter Kreis des Bundeslandes Hessen gebildet. Sitz der Kreisverwaltung wird Lauterbach.

Die Großgemeinde Grebenhain wird zum 1. August 1972 durch die per Gesetz erfolgte Angliederung der bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Metzlos-Gehaag und Steigertal (mit den Ortsteilen Heisters, Wünschen-Moos und Zahmen) erweitert.

Nach den hessischen Kommunalwahlen vom 22. Oktober 1972 wird am 21. November 1972 Heinrich Schlotthauer durch den Ortsbeirat zum Ortsvorsteher von Bermuthshain gewählt. Ebenso wird Kurt Süßenberger in seinem Amt als Bürgermeister der Gemeinde Grebenhain durch die Gemeindevertretung bestätigt.

Am1. Januar 1973 wird die Reservistenkameradschaft Bermuthshain im "Deutschen Haus" gegründet. Zum Vorsitzenden wird Friedhelm Damer gewählt. Die Mitgliederzahl erhöht sich von zunächst acht bereits im ersten Jahr auf 30.

An gleicher Stelle konstituiert sich am 24. April 1973 der OFC-Fan-Club Grebenhain-Bermuthshain, maßgeblich initiiert durch Ewald Däsch (Bermuthshain) und Gerhard Götz (Grebenhain). Der Fanclub des damaligen Fußball-Bundesligisten Kickers Offenbach trägt bis Anfang der 1980er Jahre den Ortsnamen Bermuthshains im Vereinsnamen.

Die Tradition des Walpurgisfeuers auf dem "Höllerich" wird am 30. April 1973 durch die Reservistenkameradschaft Bermuthshain begonnen.

Im Sommer 1974 wird die Landesstraße 3181 zwischen Bermuthshain und der Einmündung der Kreisstraße 100 nach Crainfeld neu ausgebaut.

Als Folge der Gebietsreform erhält Bermuthshain zum 1. September 1974 die neue postamtliche Bezeichnung mit Postleitzahl "6421 Grebenhain 3" anstelle der bisherigen Bezeichnung "6421 Bermuthshain".

Am 15. November 1974 wird durch 19 örtliche Frauen der Landfrauen-Ortsverein Bermuthshain bei einer Versammlung in der Neuen Schule gegründet. Zur Vorsitzenden wird Elfriede Zinn gewählt.

Im darauf folgenden Monat wird am 13. Dezember 1974 der Sportverein Bermuthshain 1975 unter dem Vorsitz von Heinrich Oechler im "Deutschen Haus" aus der Taufe gehoben. Die Fußballmannschaft nimmt zur Saison 1975/76 den Spielbetrieb in der Kreisklasse C Lauterbach auf und benutzt zunächst einen Ausweichplatz in Nieder-Moos, da der eigene Fußballsportplatz hinter der Neuen Schule noch im Bau ist.

Zum 30. Dezember 1974 wird die bisherige Zahlstelle der Volksbank Grebenhain-Crainfeld in Bermuthshain geschlossen. Ihre Aufgaben übernimmt die "fahrbare Zweigstelle", die ab dem 6. Januar 1975 eingesetzt wird.

Am 24. April 1975 beschließt die Gemeindevertretung von Grebenhain den Umbau der seit 1969 leerstehenden Neuen Schule in Bermuthshain zum Dorfgemeinschaftshaus.

Im Mai 1975 nimmt der Ortsteil Bermuthshain unter Leitung des Landfrauenvereins erstmals am Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil.

Am 27. September 1975 wird der Personenverkehr auf der Vogelsbergbahn zwischen den Bahnhöfen Lauterbach (Nord) und Gedern eingestellt. An diesem Tag hält somit nach 69 Jahren der letzte planmäßige Reisezug am Bahnhof Bermuthshain.

Auch das am Bahnhof liegende Sägewerk stellt 1975 seinen Betrieb für immer ein.

Vom 7. bis 8. August 1976 wird mit einem Fußballturnier der neu angelegte Sportplatz des SV Bermuthshain eingeweiht.

Bei der Wahl zum 8. Deutschen Bundestag am 3. Oktober 1976 lautet das Ergebnis bei den Zweitstimmen in Bermuthshain: SPD 176, CDU 151, FDP 12, NPD 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 87,4%.

Die hessischen Kommunalwahlen folgen am 20. März 1977. Die Wahl zum Ortsbeirat von Bermuthshain hat das Ergebnis: Heinrich Schlotthauer 242, Werner Luft 201, Dieter Oechler 186, Wolfgang Zinn 179, Helmut Schindler 166, Ferdinand Zimmermann 150, Angelika Tiefensee 109, Friedrich Karl Luft 105, Helmut Eigner 99. Die Wahlbeteiligung beträgt 84,1%.

Nach 19 Monaten Bauzeit wird am 11. Juni 1977 das Dorfgemeinschaftshaus von Bermuthshain eingeweiht. Der hauptsächlich in Eigenleistung der Bermuthshainer Bürger erfolgte Umbau der Neuen Schule erfolgt nach Planung durch den Architekten Helmuth Bodenstein aus Ilbeshausen-Hochwaldhausen. Es ist das 967. Dorfgemeinschaftshaus im Land Hessen.

1978 beginnt das zweite Flurbereinigungsverfahren in der Gemarkung Bermuthshain.

Am Festzug zum 18. Hessentag in Hofgeismar am 2. Juli 1978 beteiligt sich der Landfrauen-Ortsverein Bermuthshain erstmals mit einem Motivwagen, der ein traditionelles Backhaus darstellt. Der Verein vertritt fortan die Gemeinde Grebenhain jährlich am Hessentag, initiiert durch Bürgermeister Kurt Süßenberger.

Im Juli 1978 wird die Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Bermuthshain abgeschlossen. Dem Ausbau der Hauptstraße zum Opfer fallen der Wohnteil der Hofreite Karl Deuchert und das alte Oberdörfer Backhaus, die beide abgerissen werden.

Im Oktober 1978 werden als weitere Folge der Gebietsreform alle doppelt vorhandenen Straßennamen in den Ortsteilen der Gemeinde Grebenhain umbenannt. Im Ortsteil Bermuthshain werden umbenannt: Alter Weg in Tannenweg, Bahnhofstraße in Am Esch bzw. Vogelsberger Straße, Hauptstraße in Fuldaer Straße, Mittelgasse in Birkenweg, Mühlweg in Grundweg bzw. Graue Mühle und Schneidmühle, Schulweg in Tannenweg, Waldstraße in Neuwiesenweg.

Bei der Wahl zum 9. Hessischen Landtag am 8. Oktober 1978 beteiligen sich 84,4% der Wahlberechtigten in Bermuthshain, die sich für die folgenden Parteien entscheiden: SPD 173, CDU 148, FDP 18, NPD 2, Freie Wähler-Gemeinschaft (FWG) 2.

Die Raiffeisen-Kleinverkaufsstelle in Bermuthshain wird am 13. Juli 1979 geschlossen.

Bei einem Großbrand im Jahr 1980 wird die Hofreite Manfred Kaiser vollständig zerstört.

Die Wahl zum 9. Deutschen Bundestag am 5. Oktober 1980 hat in Bermuthshain das folgende Ergebnis: SPD 180, CDU 154, FDP 18, Die Grünen 3, NPD 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 85,8%.

Am 22. März 1981 finden in Hessen die Kommunalwahlen statt. Das Ergebnis der Ortsbeiratswahl in Bermuthshain ist: Heinrich Schlotthauer 262, Werner Luft 229, Wolfgang Zinn 181, Dieter Oechler 168, Helmut Schindler 146, Ferdinand Zimmermann 144, Helmut Eigner 143, Emil Weitzel 129, Wilfried Pfannstiel 126, Friedrich Karl Luft 122, Wilfried Betz 82, Willi Appel 79, Heinrich Schultheis 73, Hans-Walter Ackermann 66, Angelika Tiefensee 62.

Am 26. September 1981 wird das "Park Cafe" von Adolf Appel eröffnet.

Das Ergebnis der Wahl zum 10. Hessischen Landtag am 26. September 1982 fällt in Bermuthshain wie folgt aus:SPD 172, CDU 159, Die Grünen 13, FDP 12. Die Wahlbeteiligung beträgt 85%.

Am 6. März 1983 wählen auch die Bermuthshainer den 10. Deutschen Bundestag. Das Erststimmen-Ergebnis ist: CDU 182, SPD 174, Grüne 6, FDP 5, Deutsche Kommunistische Partei (DKP) 2. Das Zweitstimmen-Ergebnis lautet: SPD 173, CDU 173, FDP 15, DKP 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 88,7%.

Das NATO-Großmanöver "Confident Enterprise" ("Reforger 83") im September 1983 führt in Bermuthshain zu vielen Beeinträchtigungen sowie Manöverschäden.

Die vorgezogenen Wahlen zum 11. Hessischen Landtag am 25. September 1983 hat in Bermuthshain das folgende Ergebnis: SPD 192, CDU 132, FDP 25, Die Grünen 9.

Im Rahmen der Flurbereinigung wird am 25. März 1984 der aus drei Teichen bestehende Amphibienbiotop an der Kreisstraße 101 nach Lichenroth seiner Bestimmung übergeben. Auch die Renaturierung der Lüder ist abgeschlossen.

Ein weiteres im Rahmen der Flurbereinigung im Jahr 1984 fertiggestelltes ist der Bau des geschotterten Festplatzes am Hochstättenweg oberhalb des Sportplatzes.

In Eigenleistung der Bermuthshainer Bürger erfolgen 1984 noch die Erweiterung der Leichenhalle um ein Vordach und der Bau einer Grillhütte am "Rabenberg".

Bei einem Sturm im September 1984 stürzt die rund 71 Jahre zuvor am Friedhof gepflanzte Freiheitslinde um. An ihrer Stelle wird am 27. November 1984 in feierlichem Rahmen die Friedenslinde gepflanzt.

Am 10. März 1985 werden die hessischen Kommunalwahlen abgehalten. Das Ergebnis der Wahl zum Ortsbeirat von Bermuthshain ist: Heinrich Schlotthauer 252, Helmut Schindler 172, Ferdinand Zimmermann 169, Helmut Eigner 159, Wilfried Pfannstiel 151, Wolfgang Zinn 150, Emil Weitzel 146, Dieter Oechler 115, Wilfried Siebenlist 102, Wilfried Betz 79, Wilhelm Oechler 66. Bei der Wahl zur Gemeindevertretung wird vor Ort gestimmt für: SPD 224, CDU 103, FDP 13.

Mit einer Festwoche vom 21. bis 24. Juni 1985 begehen der Landfrauen-Ortsverein und der Sportverein ihr 10-jähriges Bestehen.

In seiner Generalversammlung am 18. Januar 1986 beschließt der Brieftaubenverein "Sturmvogel" Oberland, am 21. November 1973 in Lichenroth gegründet, seinen Vereinssitz nach Bermuthshain zu verlegen und den Vereinsnamen dementsprechend zu ergänzen. Dies fällt zusammen mit der Wahl von Erwin Rausch und Otfried Köhler aus Bermuthshain zum 1. und 2. Vorsitzenden.

Überschattet von schlechtem Wetter findet vom 6. bis 8. August 1986 die 75-Jahr-Feier des MGV "Eintracht" Bermuthshain, verbunden mit dem Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes, statt.

Im Verlauf des Jahres 1986 entsteht die Maschinenhalle am Marktplatz, verbunden mit einem Waschplatz für Kraftfahrzeuge.

Vor dem Hintergrund der vielen Projekte mit Eigenleistung stellt der Ortsbeirat 1986 bei der Gemeindevertretung von Grebenhain einen Antrag auf Aufnahme des Ortsteils in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen. Dieser wird jedoch im Hinblick auf den guten Allgemeinzustand der Bausubstanz im Ort abgelehnt.

Die Wahlen zum 11. Deutschen Bundestag am 25. Januar 1987 statt. In Bermuthshain lautet das Erststimmen-Ergebnis: Barbara Weiler (SPD) 169, Alfred Dregger (CDU) 142, Gertrud Schilling (Grüne) 18, Eberhard Weghorn (FDP) 13. Das Zweitstimmen-Ergebnis ist: SPD 176, CDU 133, FDP 19, Grüne 17, Friedensliste 1, Die Frauen 1, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) 1, Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 81,8%.

Am 5. April 1987 folgt die Wahl zum 12. Hessischen Landtag. Diesmal stimmen die Bermuthshainer Wahlberechtigten für: SPD 162, CDU 98, FDP 39, Grüne 16, DKP 3, ÖDP 2.

Im Rahmen eines Sportwochenendes vom 25. und 26. Juli 1987 wird der zweite Sportplatz des SV Bermuthshain nach mehrjährigen Arbeiten eingeweiht. Das Fest ist verbunden mit dem Bermuthshainer Markt, der aus diesem Anlass auf den Festplatz verlegt worden ist.

1987 kann die Kläranlage an der Gemarkungsgrenze zu Crainfeld in Betrieb genommen werden.

Der Ortsteil Bermuthshain hat im Jahr 1987 insgesamt 562 ständige Einwohner.

Im Jahr 1988 wird durch die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (OVAG) das bis dahin noch oberirdische Bermuthshainer Ortsnetz durch eine Erdverkabelung ersetzt. Drei Transformatorenstationen werden neben dem Backhaus und im Grundweg sowie an der Kreuzung Am Rabenberg/Bergweg neu gebaut. Die beiden alten Transformatorenhäuser werden in den Folgejahren abgerissen.

Im Anschluß an die hessischen Kommunalwahlen am 12. März 1989 wird Wilfried Pfannstiel durch den Ortsbeirat zum neuen Ortsvorsteher von Bermuthshain gewählt. Die Wahl zum Ortsbeirat hat das Ergebnis: Helmut Schindler 237, Ferdinand Zimmermann 160, Helmut Eigner 158, Wilfried Siebenlist 131, Willi Appel 124, Dieter Oechler 116, Klaus-Heiko Weitzel 115, Wilfried Betz 99, Wolfgang Zinn 99, Wilhelm Oechler 71, Klaus Minnert 60. Bei der Wahl zur Gemeindevertretung stimmen die Bermuthshainer für: SPD 224, CDU 103, FDP 13.

Der Bermuthshainer Markt findet am 25. Juli 1989 erstmals seit vielen Jahren wieder an seinem ursprünglichen Standort am Marktplatz statt. Die dortige Maschinenhalle wird erstmals als Festhalle genutzt, was sich bei den folgenden Märkten etabliert.

Durch die Orkane "Daria", "Vivian" und "Wiebke" im Januar und Februar 1990 werden große Teile des Waldbestands am "Höllerich" und "Rabenberg" vernichtet und auch in Bermuthshain selbst Sachschäden angerichtet.

Zum 31. März 1991 wird der Teilabschnitt der Vogelsbergbahn zwischen Grebenhain und Oberwald (Anschluß Stabernack) offiziell für den Güterverkehr stillgelegt. Dies bedeutet das Ende des verbleibenden Eisenbahnverkehrs über den Bahnhof Bermuthshain. Der Abschnitt zwischen Grebenhain und Lauterbach (Süd) folgt drei Jahre später zum 29. Mai 1994.

1992 erhält die Freiwillige Feuerwehr ein neues TSF auf Basis des VW LT 35 von der Firma Ziegler in Giengen an der Brenz. Das bisherige TSF wird an die Freiwillige Feuerwehr in Buttlar im Landkreis Bad Salzungen in Thüringen übergeben.

Zu Beginn des Jahres 1993 wird das letzte Ladengeschäft in Bermuthshain, der zum "Deutschen Haus" gehörende Edeka-Laden, geschlossen.

Am 7. März 1993 werden die Kommunalwahlen in Hessen abgehalten. Bei der Wahl zum Ortsbeirat stimmen die Bermuthshainer für: Helmut Schindler 221, Wilfried Siebenlist 176, Klaus-Heiko Weitzel 176, Wilfried Pfannstiel 175, Ferdinand Zimmermann 139, Willi Appel 134, Dieter Oechler 112, Erwin Rausch 104, Wilfried Betz 101, Ewald Däsch 95. Die Wahlbeteiligung beträgt 71,4%.

Im Mai 1993 wird das Sportlerheim des SV Bermuthshain nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Zur gleichen Zeit kann die 1. Fußballmannschaft des Vereins auch den Aufstieg in die Kreisliga A Lauterbach feiern.

Im Herbst 1993 beginnt die Erschließung und Bebauung des Neubaugebiets "Unterm Roten Berg".

Vom 30. bis 31. Oktober 1993 findet das Schlittenhunde-Wagenrennen des Hessischen Schlittenhunde-Amateursportclubs erstmals in Bermuthshain statt, gemeinsam ausgerichtet mit dem MGV "Eintracht" Bermuthshain.

Das Ergebnis der Wahl zum 13. Deutschen Bundestag am 16. Oktober 1994 ist in Bermuthshain bei den Erststimmen: Barbara Imhof (SPD) 171, Alfred Dregger (CDU) 131, Ines Plappert (Die Republikaner - REP) 13, Josef Meyer (FDP) 10, Bernd Eckart (Bündnis 90/Die Grünen - Grüne) 7. Das Zweitstimmen-Ergebnis fällt aus wie folgt: SPD 167, CDU 117, FDP 25, Grüne 22, REP 8, Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) 2.

Bei den Wahlen zum 14. Hessischen Landtag am 19. Februar 1995 stimmen die Bermuthshainer im Wahlkreis für: SPD 146, CDU 109, Grüne 14, FDP 8, REP 6, Statt-Partei 3. Das Ergebnis der Landesliste lautet: SPD 147, CDU 95, FDP 17, Grüne 17, REP 6, Statt-Partei 2, Partei Bibeltreuer Christen (PBC) 2, Die Grauen 1, Bund freier Bürger 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 59,7%.

1995 wird das Raiffeisen-Warenlager am Marktplatz wegen des gesunkenen Umsatzes geschlossen.

Ein neues größeres Feuerwehrgerätehaus wird 1995 neben dem Dorfgemeinschaftshaus errichtet.

Zum offziellen Abschluß der Flurbereinigung in der Gemarkung Bermuthshain wird 1996 ein Gedenkstein am Marktplatz gesetzt.

Am 2. März 1997 finden die Kommunalwahlen in Hessen statt. Das Ergebnis der Wahl zum Bermuthshainer Ortsbeirat ist: Helmut Schindler 188, Klaus-Heiko Weitzel 175, Wilfried Siebenlist 161, Wilfried Pfannstiel 147, Achim Schmitt 130, Wilhelm Oechler 108, Holger Schultheis 103, Willi Appel 100.

Im März und April 1997 werden die Gleise der stillgelegten Vogelsbergbahn, fast 91 Jahre nach ihrer Einweihung, herausgerissen und die Strecke abgebaut.

Am Pfingstmontag, den 19. Mai 1997, vernichtet ein Großfeuer die alte Schneidmühle. Das zum Anwesen gehörende neue Wohnhaus kann gerettet werden.

Am 29. August 1997 wird der Landmännerverein Bermuthshain im "Goldenen Stern" gegründet. Der Verein hat zunächst 30 Mitglieder, Vorsitzender ist Karl Peppel.

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs am 25. April 1998 an der Gemarkungsgrenze zwischen Bermuthshain und Lichenroth kommen alle drei Insassen ums Leben.

Der neugegründete Landmännerverein macht sich am 25. Oktober 1998 durch einen "Almabtrieb" mit 25 geschmückten Kühen vom "Höllerich" ins Dorf einen Namen. Die Veranstaltung erfreut sich auch in den folgenden Jahren eines großen Zuspruchs und wird bis 2002 jährlich wiederholt.

Die Wahlen zum 15. Hessischen Landtag am 7. Februar 1999 haben in Bermuthshain das folgende Ergebnis der Direktwahl (Wahlkreis): Bender (SPD) 128, Ortmann (CDU) 92, Diening (FDP) 15, Bothe (Grüne) 11, Langer (REP) 8. Die Zweitstimmen entfallen auf: SPD 131, CDU 108, Grüne 11, REP 6, FDP 5. Die Wahlbeteiligung beträgt 54,1%.

Am 18. Februar 1999 stellt der Ortsbeirat von Bermuthshain den Antrag auf Aufnahme des Ortsteils in das Dorferneuerungsprogramm, nachdem die vorherige Förderung des Ortsteils Grebenhain vor ihrem Abschluß steht. Die Gemeindevertretung entscheidet sich jedoch am 7. Oktober 1999 für die Aufnahme von Steigertal mit den Ortsteilen Heisters, Wünschen-Moos und Zahmen in das Programm. Das Amt für Regionalentwicklung in Lauterbach erwirkt in der Folge jedoch, dass auch Bermuthshain in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wird.

Bei einem Großbrand im Anwesen Ferdinand Zimmermann am 11. Dezember 1999 wird das alte Wohnhaus samt Scheune, Stallungen und Maschinenhalle zerstört.

Die Neuwahl des Landrats des Vogelsbergkreises am 9. Januar 2000 hat in Bermuthshain im 1. Wahlgang das Ergebnis: Christoph Fellner von Feldegg (SPD) 93, Rudolf Marx (CDU) 52, Friedel Kopp (FWG) 36, Michael Riese (Grüne) 5. Die Stichwahl am 20. Januar 2000 fällt wie folgt aus: Fellner von Feldegg 71, Marx 49.

Am 1. Mai 2000 wird der auf der Bahntrasse der ehemaligen Vogelsbergbahn verlaufende Vulkanradweg eingeweiht. Der in einer Bürgerinitiative wurzelnde Radweg verläuft zunächst von Lauterbach bis zur Gewann "Eisenberg" zwischen Grebenhain und Bermuthshain und wird bis zum 1. Mai 2001 an Bermuthshain vorbei bis Hartmannshain verlängert. Der Weiterbau im Wetteraukreis erfolgt drei Jahre später.

Mit dem 1. Öffentlichen Dorfforum am 18. Mai 2000 beginnt die Klärungsphase der Dorferneuerung in Bermuthshain.

Im Zeitraum zwischen dem 14. und 25. Juli 2000 begeht der SV Bermuthshain mit mehreren Veranstaltungen das 25-jährige Jubiläum seiner Gründung.

Nach den hessischen Kommunalwahlen am 18. März 2001 wählt der Ortsbeirat von Bermuthshain Klaus-Heiko Weitzel zum neuen Ortsvorsteher. Die Ortsbeiratswahlen selbst haben das Ergebnis:Klaus-Heiko Weitzel 223, Helmut Schindler 183, Ewald Däsch 144, Bernd Seipel 127, Harald Appel 123, Achim Schmitt 112, Steffen Eigner 105, Elvira Köhler 104, Winfried Zinn 97. Bei der Neuwahl der Gemeindevertretung wählen die Bermuthshainer wie folgt:SPD 4273, CDU 2140, FDP 752. Die Neuwahl des Kreistages hat das Ergebnis: SPD 6795, CDU 3673, FDP 2056, Grüne 769, REP 502, FWG 442.

Im Frühjahr 2001 wird die Kulturscheune "Zum Wilden Mann" eröffnet, die zur Däsch Gastronomie ("Zum Deutschen Haus") gehört.

Am 8. Mai 2001 wird der Kleintierzuchtverein Bermuthshain gegründet. Vorsitzender ist Jürgen Blümlein. Der Verein besteht bis zum 2. Oktober 2010.

Die Freiwillige Feuerwehr Bermuthshain ruft im Dezember 2001 eine Jugendfeuerwehr ins Leben.

Die Wahlen zum 15. Deutschen Bundestag am 22. September 2002 haben in Bermuthshain das folgende Erststimmen-Ergebnis: Barbara Imhof (SPD) 172, Martin Hohmann (CDU) 127, Uwe Wagner (FDP) 16, Ernst Sporer (Grüne) 5, Oliver Breitung (NPD) 4, Hagen Rückert (PDS) 3. Das Zweitstimmen-Ergebnis ist: SPD 149, CDU 105, FDP 35, Grüne 22, NPD 5, REP 5, Schill-Partei 2, Tierschutzpartei 2, PBC 1, PDS 1.

Im Vorfeld der Sanierung des Backhauses wird am 4. Dezember 2002 die Backgemeinschaft Bermuthshain gegründet. Vorsitzender ist Steffen Eigner. 2005 wird der zusätzliche Beiname "Vulkanbäcker" angenommen.

Bei der Wahl zum 16. Hessischen Landtag am 2. Februar 2003 entfallen in Bermuthshain die Erststimmen auf: Wiegel (CDU) 134, Bender (SPD) 85, Diening (FDP) 12, Bothe (Grüne) 11. Die Zweitstimmen werden abgegeben für:CDU 121, SPD 76, FDP 25, Grüne 13, REP 6, Die Frauen 1, Bürgerbewegung Solidarität 1, Partei für Soziale Gerechtigkeit 1. Die Beteiligung liegt bei 52,2%.

Die praktische Umsetzung der Projekte der Dorferneuerung beginnt im August 2003 mit dem Umbau des Dorfgemeinschaftshauses.

Am 31. August 2003 hat Bermuthshain 617 Einwohner.

Am Festzug zum 44. Hessentag in Heppenheim am 27. Juni 2004 nimmt erstmals der Landmännerverein Bermuthshain mit einem eigenen Motivwagen anstelle der örtlichen Landfrauen teil. Fortan vertritt der Verein das Dorf und die Gemeinde bei den Hessentagen, mit Ausnahme der Hessentage 2011 und 2012, bei denen angesichts der 1000-Jahr-Feier der  neugegründete Dorfverein die Teilnahme übernimmt.

Im Sommer 2004 erfolgen parallel zueinander die Erneuerung des Backhauses mit seinem Umfeld, die Neugestaltung des Lindenplatzes und der Umbau des leerstehenden Wiegehauses zum Infohaus "Alte Waage" im Rahmen der Dorferneuerung.

Im September 2004 wird durch die OVAG am Sportplatz eine Übergabstation für den seit 1990 bestehenden Windenergiepark Vogelsberg in der Gemarkung Hartmannshain errichtet, der 2004 durch ein Repowering modernisiert wurde.

Die Bermuthshainer Poststelle wird am 28. Dezember 2004 geschlossen und das in der Fuldaer Straße gegenüber dem "Deutschen Haus" befindliche Postgebäude im Jahr darauf abgerissen. An ihrer Stelle wird eine Postagentur im Sportartikelgeschäft "Ski Luft" eröffnet.

Das bislang für Bermuthshain zuständige Forstamt Grebenhain fällt zum 1. Januar 2005 Sparmaßnahmen der Landesregierung zum Opfer und wird nach rund 200 Jahren des Bestehens geschlossen. Seine Aufgaben werden vom Forstamt Schotten übernommen.

Am 19. August 2005 wird das sanierte Backhaus in der Ober-Mooser Straße feierlich an die Backgemeinschaft "Vulkanbäcker" übergeben und eingeweiht.

Die vorgezogenen Wahlen zum 16. Deutschen Bundestag werden am 18. September 2005 abgehalten. Das Erststimmen-Ergebnis in Bermuthshain ist: Claudia Blum (SPD) 130, Michael Brand (CDU) 84, Martin Hohmann (parteilos) 55, Mario Klotzsche (FDP) 15, Hans-Joachim Bosold (NPD) 12, Irene Rogatty (Die Linke) 8, Bernd Eckart (Grüne) 2. Das Zweistimmen-Ergebnis ist: SPD 119, CDU 81, FDP 45, Die Linke 17, Grüne 17, NPD 15, REP 3, Tierschutzpartei 2, Die Grauen 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 67,7%.

Bei den Kommunalwahlen in Hessen am 26. März 2006 stimmen die Bermuthshainer wie folgt über den neuen Ortsbeirat ab: Klaus-Heiko Weitzel 444, Bernd Seipel 266, Jochen Otter 255, Harald Appel 221, Achim Schmitt 167, Sabine Rahn 150, Horst Schlotthauer 141, Winfried Zinn 121, Elvira Köhler 119, Jürgen Oechler 106, Bettina Müller 49. Das Ergebnis der Wahl zur Gemeindevertretung ist: SPD 3794, CDU 2493, FDP 608. Die Kreistagswahl hat das Ergebnis:  SPD 2379, CDU 1830, FDP 549, Grüne 366, FWG 61. Auch die Wahl des Landrats findet statt: Rudolf Marx (CDU) 130, Karl Heinz Krug (SPD) 114, Peter  Zielinski (Grüne) 8.

Am 19. August 2006 wird die zur Däsch Gastronomie gehörende und für Radtouristen konzipierte Übernachtungsscheune "Zur Wilden Frau" eingeweiht.

Das Dorfgemeinschaftshaus wird am 29. September 2006 nach Abschluß der dreijährigen Umbauarbeiten im Rahmen der Dorferneuerung neu eingeweiht.

Am 1. Oktober 2006 folgt die neu errichtete Aussichtsplattform an der alten Sprungschanze auf dem "Höllerich".

Dem Orkan "Kyrill" am 18. Januar 2007 fallen große Teile des Waldbestands im westlichen Teil der Gemarkung Bermuthshain zum Opfer. Auch Schäden im Ortsbereich werden angerichtet.

In der Kulturscheune "Zum Wilden Mann" wird am 29. März 2007 die Sektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft gegründet.

Von April bis Mai 2007 wird mit dem Tannenweg die letzte verbleibende Ortsstraße mit einer Asphaltdecke versehen.

Im Mai 2007 wird eine Fußball-Spielgemeinschaft zwischen dem SV Bermuthshain und der SpVgg Hartmannshain/Herchenhain unter der Bezeichnung SG Oberwald gebildet.

Am 20. Mai 2007 finden die Bürgermeisterwahlen in der Gemeinde Grebenhain statt. In Bermuthshain wird gewählt: Manfred Dickert (parteilos, Amtsinhaber) 240, Diana Böhm (NPD) 24. Die Wahlbeteiligung beträgt 54,6%.

Vom 3. bis 4. November 2007 findet die historische Bilderausstellung "Bermetzhaa enichnert" mit rund 240 Bildern zur Ortsgeschichte von Bermuthshain im Dorfgemeinschaftshaus statt.

Am 27. Januar 2008 findet die Wahl zum 17. Hessischen Landtag statt. Das Ergebnis bei den Wahlkreisstimmen ist in Bermuthshain: Manfred Göhrig (SPD) 105, Kurt Wiegel (CDU) 86, Mario Döweling (FDP) 24, Erik Siefart (Grüne) 8, Hans-Heinrich Käs (NPD) 8, Dietmar Schnell (Die Linke) 7, Lars Wicke (FWG) 6, Holger Jacobsen (REP) 1. Das Ergebnis bei den Landesstimmen ist: SPD 101, CDU 74, FDP 33, Grüne 14, Die Linke 10, NPD 10, FWG 2, REP 1, Die Grauen 1, Piratenpartei 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 52,3%.

Am 23. März 2008 brennt die alte Stallscheune des Anwesens Ewald Schäfer nieder.

Im August 2008 beginnen die beiden letzten Projekte vor dem Auslaufen der Dorferneuerung in Bermuthshain, die Sanierung und der Umbau der Alten Schule und der Maschinenhalle am Marktplatz.

Bei den notwendig gewordenen erneuten hessischen Landtagswahlen am 18. Januar 2009 stimmen die Bermuthshainer Wähler diesmal im Wahlkreis für: Kurt Wiegel (CDU) 107, Manfred Görig (SPD) 77, Mario Döweling (FDP) 21, Dietmar Schnell (Die Linke) 13, Cornelia Bothe (Grüne) 10, Ursula Schäfer (NPD) 10. Die Landesstimmen entfallen auf: CDU 87, SPD 65, FDP 38, Grüne 17, Die Linke 15, NPD 11, Piratenpartei 3, REP 2, FWG 1. Die Beteiligung beträgt dieses Mal 51,7%.

Am 12. März 2009 wird im "Deutschen Haus" ein Festausschuß des Ortsbeirats und der örtlichen Vereine zur Vorbereitung der 1000-Jahr-Feier der urkundlichen Ersterwähnung von Bermuthshain im Jahr 2012 gegründet.

Das Ergebnis der Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 in Bermuthshain ist bei den Erststimmen wie folgt: Claudia Blum (SPD) 102, Michael Brand (CDU) 69, Wolfgang Lörcher (Die Linke) 25, Mario Klotzsche (FDP) 23, Ernst Sporer (Grüne) 15, Hans-Joachim Bosold (NPD) 15. Das Ergebnis bei den Zweitstimmen ist: CDU 86, SPD 79, FDP 41, Die Linke 30, Grüne 23, NPD 15, REP 3, Tierschutzpartei 3, Piratenpartei 3, Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) 1. Die Wahlbeteiligung beträgt 59%.

Am 19. März 2010 wird im Dorfgemeinschaftshaus der Dorfverein Bermuthshain im Rahmen der Vorbereitung auf die 1000-Jahr-Feier im Jahr 2012 gegründet. Vorsitzender ist Klaus-Heiko Weitzel.

Am 2. Juli 2010 wird die Maschinenhalle am Marktplatz nach ihrem Umbau und der Erweiterung im Rahmen der Dorferneuerung eingeweiht. Sie wird "Feierscheune" getauft und fortan verstärkt für Veranstaltungen verwendet.

Im Rahmen der zweiten ortshistorischen Bilderausstellung am 27. und 28. November 2010 wird der historische Bildband "Bermuthshain. Ortsgeschichte in alten Bildern" von Carsten Eigner der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bei den hessischen Kommunalwahlen am 27. März 2011 wird der Ortsbeirat von Bermuthshain wie folgt gewählt: Klaus-Heiko Weitzel 452, Jochen Otter 269, Harald Appel 255, Horst Schlotthauer 229, Achim Seipel 190, Herbert Nies 186, Elvira Köhler 178, Sabine Rahn 150, Dr. Winfried Zinn 90. Das Ergebnis der Wahl zur Gemeindevertretung von Grebenhain ist: SPD 3217, CDU 2723, Unabhängige Bürgerliste Grebenhain (UBG) 478, FDP 233. Beim Kreistag wählen die Bermuthshainer: SPD 4623, CDU 4262, Grüne 1392, FDP 1183, FWG 704, Die Linke 436.

Im Anschluß an die Kommunalwahlen wählt der Ortsbeirat am 5. Mai 2011 Herbert Nies zum neuen Ortsvorsteher von Bermuthshain.

Am 8. Mai 2011 wird die Alte Schule nach ihrer dreijährigen Sanierung im Rahmen der Dorferneuerung feierlich eingeweiht. Gleichzeitig wird das darin befindliche Muna-Museum Grebenhain zur Geschichte der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain ("Muna") im Oberwald in der NS-Zeit eröffnet.

Im Rahmen einer Festwoche zwischen dem 1. bis 5. Juni 2011 begeht der MGV "Eintracht" Bermuthshain das 100-jährige Jubiläum seiner Gründung, verbunden mit dem Bundessängerfest des Vogelsberger Sängerbundes. Ort der meisten Veranstaltungen ist ein großes Festzelt auf dem Festplatz. Den Abschluss bildet ein Festzug durch den Ort.

Im Spätsommer 2011 wird die Brücke der Landesstraße 3181 über die Lüder in Richtung Ober-Moos durch einen Neubau ersetzt.

Die Neuwahl des Landrats des Vogelsbergkreises steht am 6. November 2011 an. Im ersten Wahlgang stimmen die Bermuthshainer bei 28,6% Beteiligung für: Rainer Hans Vollmöller (CDU) 72, Manfred Görig (SPD) 50, Ingo Schwalm (Die Linke) 4. Bei der notwendigen Stichwahl am 20. November 2011 entscheiden sie sich bei 28,5% Beteiligung für: Vollmöller (CDU) 71, Görig (SPD) 56.

Am 31. Dezember 2011 hat Bermuthshain 553 Einwohner.

Zum Ende der Fußballsaison wird 2012 die Spielgemeinschaft SG Oberwald aufgelöst.

Am 25. Mai 2012 ereignet sich ein Großbrand in der ehemaligen Schreinerei Komp. Das stark beschädigte alte Wohnhaus wird im Jahr darauf abgerissen und später durch einen Neubau ersetzt.

Zu Beginn der Festwoche zur 1000-Jahr-Feier von Bermuthshain findet am 10. August 2012 ein Festkommers in der Feierscheune statt, dem am Abend darauf ein Comedyabend folgt. Der Höhepunkt der 1000-Jahr-Feier der urkundlichen Ersterwähnung ist jedoch die große Feststraße mit 55 Stationen durch den alten Ortskern am 19. August 2012.

Am 16. Juni 2013 findet die Neuwahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Grebenhain statt: Im Ortsteil Bermuthshain wird gewählt (alle Kandidaten parteilos): Sebastian Stang 164, Kerstin Mayer 45, Thomas Niggenaber 31, Stefan Jäger 18. Die Wahlbeteiligung beträgt 58,1%.

Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag am 22. September 2013 hat das folgende Ergebnis bei den Erststimmen in Bermuthshain: Michael Brand (CDU) 116, Birgit Kömpel (SPD) 93, Wolfgang Lörcher (Die Linke) 15, Hildegard Scheu (Grüne) 9, Mario Klotzsche (FDP) 5. Das Zweitstimmen-Ergebnis ist: CDU 97, SPD 93, FDP 12, Grüne 12, Die Linke 9, NPD 9, Alternative für Deutschland (AfD) 7, Piratenpartei 6, FWG 4, Aktive Demokratie 2, REP 2, Sonstige 2. Die Wahlbeteiligung beträgt 45,7%.

Am 3. Juni 2014 wird die SG Grebenhain/Bermuthshain als Fußball-Spielgemeinschaft des SV Bermuthshain und des TSV Grebenhain gebildet.

Bei den Kommunalwahlen in Hessen am 6. März 2016 wird der Ortsbeirat von Bermuthshain neu gewählt. Das Ergebnis ist: Klaus-Heiko Weitzel 366, Herbert Nies 360, Harald Appel 242, Elvira Köhler 199, Horst Schlotthauer 196, Achim Seipel 162, Joachim Bugdoll 142, Dieter Scholl 130, Steffen Reichert 128, Sabine Rahn 100, Uta Muth 89, Albrecht Lipp 86.

In der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats am 4. Mai 2016 wird mit 5 gegen 4 Stimmen Klaus-Heiko Weitzel anstelle von Amtsinhaber Herbert Nies zum zweiten Mal zum Ortsvorsteher von Bermuthshain gewählt.